Bad Rodach — Dass sich der Gemeinderat Weitramsdorf - als erstes politisches Gremium einer Landkreis-Kommune - für den Bau eines Verkehrslandeplatzes (VLP) ausgesprochen hat (Tageblatt vom 6. Mai) stößt in Bad Rodach auf Kritik. Gerhard Wolf, Sprecher der dortigen Bürgerinitiative, beginnt seine Stellungnahme mit einer ironischen Bemerkung: "Herzlichen Glückwunsch nach Weitramsdorf zu dieser wunderbaren Entscheidung!"
Verwundert zeigt sich Wolf, dass es "ignoriert" werde, dass die Gemeinden künftig mit Kosten konfrontiert sein könnten, die heute noch gar nicht beziffert sind. Die Bürgerinitiativen hätten immer darauf hingewiesen, dass die prognostizierten und auch im laufenden Planfeststellungsverfahren "nicht belegten 30 Millionen Euro" nicht reichen würden. Neuste Schätzungen, so Wolf, würden von einer mehr als doppelt so hohen Bausumme ausgehen. "Aber das wäre für das reiche Weitramsdorf, das als Gemeinde zur Finanzierung beitragen muss, sicher verkraftbar", merkt Wolf dazu an.

Fluglärm auch für Weidach?

Etwas, was von den Befürwortern verschwiegen werde, sei der Fluglärm. Die Einschätzung, dass Weidach und Weitramsdorf von der geplanten Platzrunde der Flieger über der Startbahn weit entfernt liegen, zweifelt Wolf an: "Die im Planfeststellungsverfahren eingezeichnete Platzrunde für Neida ist nach Aussagen eines erfahrenen Fluglehrers viel zu klein. Aus einer von der Brandensteinsebene übertragenen realistischen Größe ist zu erkennen, dass weit über den Callenberger Forst hinaus auch Weidach im Landeanflug überflogen werden muss." Zudem würde der An- und Abflugkorridor genau zwischen Ummerstadt und Weitramsdorf liegen. ct