Im Ortsverein des Sozialdienstes katholischer Frauen (SkF) sind die gesetzlichen Betreuerinnen Susanne Daum, Carina Huber-Geldner, Anna Scheiblich und Irina Wige beschäftigt. Bei der Jahresversammlung im katholischen Pfarrzentrum berichteten die Diplom-Sozialpädagoginnen aus ihren Zuständigkeitsbereichen. Ein großes Problem in Kronach sei, wie Huber-Geldner erklärte, fehlender billiger Wohnraum. Für Sozialhilfeempfänger beziehungsweise Hartz-IV-Empfänger gebe es genaue Grenzen bezüglich Preis und Größe der Wohnungen. "In Kronach eine Wohnung zu finden, die diesem sehr niedrigen Satz entspricht, ist sehr schwer", bedauerte sie.

"Große Herausforderungen"

Auch viele Rentenempfänger könnten keine großen Sprünge machen. Gleiches gelte für Alleinerziehende oder Geringverdiener mit vielen Kindern. Diese Menschen kämen gerade so über die Runden. Wenn größere Anschaffungen anstehen, werde es schwer. Diesen Menschen versuche man - soweit möglich - mit Geld aus staatlichen Mitteln oder auch Stiftungen zu helfen.

Seit über 40 Jahren unterstützt der Verein die Arbeit mit Inhaftierten in der JVA Kronach. Dabei verwaltet man im Auftrag des Justizministeriums einen Entlassungsfonds für Straffällige, aus dem entlassene Straftäter finanziell in engem Rahmen unterstützt werden können. Außerdem begleitet der Verein Ehrenamtliche, die die Gefangenen unterstützen. Susanne Daum sprach von großen Herausforderungen durch die stark angestiegene Anzahl von Häftlingen mit Migrationshintergrund, insbesondere aufgrund sprachlicher Probleme.

Daum berichtete auch über den Betreuungsverein, der derzeit über 80 Klienten im Rahmen gerichtlich festgelegter Aufgabenkreise betreue. "Die Anzahl ist in den letzten zehn Jahren kontinuierlich angestiegen", konstatierte sie. Derzeit könne man keine neuen Klienten mehr aufnehmen. Dringend bedürfe es einer Gesetzesreform. Dies betreffe vor allem die pauschalierte Vergütung pro Betreuungsfall für hauptamtliche Betreuer, die seit 2005 nicht erhöht worden und an eine monatliche Stundenanzahl gekoppelt sei. Gleichzeitig würdigte sie die gute Unterstützung des Landkreises und des Erzbistums, ohne die man die Betreuungen nicht leisten könnte.

Die Kinder-Ausstattungs-Tauschzentrale (K.A.T.Ze.) Secondhand für Kinder hatte, wie Vorsitzende Sybille Püttner erläuterte, im Vorjahr 72-mal geöffnet. Dabei wurden von den 18 Kräften insgesamt 1683 ehrenamtliche Stunden geleistet. Vom Umsatz konnte man gut 3700 Euro an den SkF weitergeben. In diesem Jahr feiert die K.A.T.Ze 40-jähriges Bestehen.

Pastoralreferentin Birgitta Staufer-Neubauer würdigte den Altenheim-Besuchsdienst als große Freude für die Bewohner. Sie und Regionaldekan Thomas Teuchgräber stellten die vom Verein geleistete Arbeit heraus.

Problem Wohnungsnot

Die Geschäftsführerin des SkF-Landesverbandes, Monika Meier-Pojda, berichtete von derzeit 16 in Bayern bestehenden Ortsvereinen. Das größte aktuelle Problem sei die Wohnungsnot für Menschen mit wenig Einkommen. Die Frauenhäuser würden auch deshalb nicht leer, weil ihre Bewohnerinnen keine adäquaten Wohnungen fänden.

Bei den Neuwahlen für vier Jahre stellten sich die bisherige Vorsitzende Sybille Püttner und ihre Stellvertreterin Roswitha Schlinger nicht mehr zur Verfügung. Das Vorstandsmitglied Angelika Woll wurde wiedergewählt, neu gewählt wurden Elisabeth Schmidt und Annette Hümmer. Diese werden die Aufgabengebiete unter sich aufteilen. Kassenprüferinnen sind Monika Hüttinger und (neu) Gisela Fehn.

Zu ihrer großen Überraschung erhielten Sybille Püttner und Roswitha Schlinger von Meier-Pojda den "Kristall" des Bundesverbandes, die höchstmögliche Auszeichnung für besonders engagierte ehrenamtliche Vorstandsmitglieder. Die Geschäftsführerin hielt auch die Laudationes auf die Geehrten, die großes ehrenamtliches Engagement gezeigt hätten.

Sybille Püttner ist seit 1980 Mitarbeiterin der K.A.T.Ze. Kronach. Im Juni 1989 wurde sie Mitglied des Vorstandes, ab April 1997 Vorsitzende. Seit 1998 ist sie Mitglied im Vorstand des Caritas-Kreisverbandes Kronach. Zudem arbeitet sie ehrenamtlich in der katholischen Bücherei der Pfarrei Kronach mit.

Roswitha Schlinger arbeitet seit 40 Jahren in der K.A.T.Ze. Seit 2002 war sie Mitglied des Vorstands des SkF Kronach. Seit über 25 Jahren übernimmt sie Altenheimbesuche im BRK-Seniorenhaus Kronach. Auch im Hospizverein Kronach ist sie ehrenamtlich tätig. Heike Schülein