"Und ist der Weg auch noch so steil - a bisserl wos geht allerweil" - diesen Spruch des bayerischen Schauspielers und Sängers Wolfgang Fierek kann man getrost auf die Weismainer Krippenfreunde anwenden. Krippen zu bauen und zu erstellen, das geht schon nach der Weihnachtszeit wieder los, zumindest macht man sich seine Gedanken, was und wie man anders oder neu machen könnte, sagt Erwin Hermannsdörfer. Und der Krippenbauer muss es wissen.

So war es auch Anfang 2020. Und selbst am Anfang der Corona-Pandemie im März hat niemand daran gedacht, dass das Virus Auswirkungen auf die Weihnachtszeit haben könnte. Doch als der große Martinimarkt abgesagt wurde, war klar, dass es auch die Krippenausstellung in ihrer gewohnten Form nicht geben wird, erklärt Herrmannsdörfer. Bis zu 1500 Besucher hatte die Ausstellung sonst, worauf die Krippenbauer mächtig stolz waren. Schließlich waren im Kastenhof immer fast 60 selbst gebastelte Krippen zu bewundern - meist neu erstellte. Egal, ob Wurzelkrippe, Bauernhaus mit Scheune, fränkische oder orientalische Bauten, die unterschiedlichsten Vorstellungen der Künstler waren zu sehen. Und fast noch interessanter waren die Garten- und Hintergrundanlagen. Das Basteln von Krippen - für Herrmannsdörfer und seine Mitstreiter war es eine Herzensangelegenheit.

Also überlegte man, was in diesem Jahr geht - bis Konrad Motschenbacher und Udo Dauer vorschlugen, eine Stadtkrippe zu ermöglichen, am besten am Rathaus. So kam es, dass Michael Will, Erwin Hermannsdörfer und ihre Mitstreiter am Eingang zum Ratskeller eine Krippe einpassten. Und Gerhard Fiedler hatte die Idee, einen Krippenweg wie in Bamberg zu organisieren. So wurden die Geschäftsleute gefragt, ob sie in ihren Schaufenstern Krippen ausstellen würden. Diese waren von dieser Idee begeistert. Und nun gibt es den Weismainer Krippenweg.

Fast 25 Krippen sind in den Geschäften von Raumausstattung Keilholz, Mandys Haarmonie, Deko-Style A. Schartl, Familie Rosenbauer, Familie Pietsch, der Kobold-Apotheke, Christl's Lädla, Schäfers Feine Bäckerwelt, Elektro Konrad, Familie Herzog, Optik Schneider, im Hotel "Alte Post", der Café-Confiserie Besold und bei Dicker Orthopädie Schuhtechnik zu bewundern.

Vorgestellt und gesegnet wurde die Stadtkrippe dann bei einem Treffen mit dem katholischen Stadtpfarrer Gerhard Möckel, dem evangelischen Pfarrer Ulrich Jobst und Zweitem Bürgermeister Matthias Müller.