Krimiautorin Marion Nemmert war zu Gast beim Frühjahrstreff der Pfarramtssekretärinnen in Rentweinsdorf. Manuela Lohm, Pfarramtssekretärin in Rentweinsdorf, hieß die Schriftstellerin im Kreise ihrer Kolleginnen und Gäste im "Gasthaus am Schloss" willkommen.
Nemmert, eine geborene Kronacherin, die ihren Lebensmittelpunkt heute in Mitwitz hat, berichtete von ihrem beruflichen Werdegang: Nach dem Abschluss der Mittleren Reife absolvierte sie eine Ausbildung zur Bürokauffrau. Unterbrochen von einer zweijährigen Familienpause arbeitet sie seitdem als Sekretärin im Pfarramtsbüro und Schulsekretariat. Das Schreiben hat sie - nach eigenem Bekunden - schon in der Schulzeit fasziniert. "Später, als ich bereits Mutter von zwei erwachsenen Söhnen war, spukte mir meine Freude an der Schriftstellerei immer häufiger im Kopf herum, und so entschloss ich mich vor sieben Jahren, meinen ersten Regionalkrimi ("Haariges Spektakel") zu schreiben", so die Autorin wörtlich.
Nemmert stellte die Protagonisten ihrer bisher fünf Romane vor, allen voran die Kommissare Sven Matthies und Herbert Listt, zwei befreundete Kriminalbeamte, die in ihrem Wesen doch recht unterschiedlich sind, was den Romanen stets eine besondere Würze verleiht.


Die Gabe nutzen

Bei ihrer Lesung gab Marion Nemmert auch Antwort auf die oft gestellte Frage, wie Krimi schreiben und Christ sein zusammenpassen. Wörtlich meinte sie dazu: "Wenn der liebe Gott mir diese Gabe mitgegeben hat, warum sollte ich sie nicht nützen?" und weiter: "Nur weil ich über Verbrechen schreibe, begehe ich sie ja nicht." Schließlich zitierte sie noch aus der Heiligen Schrift, wo Mord und Totschlag zwar nicht an der Tagesordnung sind, aber auch nicht gerade selten vorkommen ...
Im zweiten Teil ihrer interessanten Ausführungen weckte die Autorin bei den gespannt zuhörenden Sekretärinnen die Lust auf den jüngsten Kriminalfall mit dem Titel "Verhängnisvolle Kunst", wo es um mysteriöse Dinge geht, für die es keine Erklärung gibt, und die ausgerechnet im Jubiläumsjahr von Lucas Cranach spielen.
Alle bisher erschienenen Romane spielen in und um Kronach, sodass jeder Leser die örtlichen Gegebenheiten bei einem Besuch der oberfränkischen Stadt aufspüren kann.
Dass am Ende des Sekretärinnentreffs die meisten Zuhörerinnen den ein oder anderen Roman der Autorin erworben haben, war Beleg dafür, wie geschickt Marion Nemmert das Interesse ihres Publikums geweckt hat. jf