von unserer Mitarbeiterin gerda Völk

Lichtenfels — Sport ist Mord: Ein Zitat, das dem ehemaligen englischen Premierminister Winston Churchill zugeschrieben wird. Ein Zitat, das ein interessantes Thema für einen Krimi wäre, dachte sich die Bamberger Autorin Friederike Schmöe. Dann regten sich in ihr Zweifel, ob das Thema nicht doch zu banal sei. Aber dann hat es sie nicht mehr losgelassen, schließlich hat sie einen Krimi über ein sportliches Ereignis, den Weltkulturerbelauf in Bamberg, geschrieben.
"Zuträger" heißt ihr neuester Krimi, in dem sich die Privatdetektivin Katinka Palfy mit Läufern, einem mysteriösen IT-Unternehmen und einigen Leichen herumschlagen muss. Wieviel es letztendlich sind, verrät Friederike Schmöe bei ihrer Lesung am Donnerstagabend in der Stadtbücherei natürlich nicht. Das sollte der Leser des Krimis schon selbst herausfinden.
Friederike Schmöe beginnt mit dem Prolog ihres Buches. Eine junge Frau trainiert für den Weltkulturerbelauf, als sie aus zunächst ungeklärten Gründen in den Fluss stürzt. Zur gleichen Zeit bekommt Katinka Palfy eine neue Klientin. Jana, Mitarbeiterin des IT-Unternehmen "Kvintu", sorgt sich um ihre spurlos verschwundene Kollegin Hanne Brenker. Beide Frauen haben für ihr Firmenteam trainiert. Wie Privatdetektivin Katinka Palfy ziemlich schnell herausfindet, scheint "Kvintu" der Ableger einer amerikanischen IT-Heuschrecke zu sein. Und wie Palfy weiter erfährt, war die Regnitztote Praktikantin in dem Unternehmen.

Ein Journalist taucht auf

Friederike Schmöe liest einige Episoden aus ihrem Buch, baut mit geübter Stimme Spannung auf und nimmt ihre Zuhörer mit in die Handlung. Ihre Krimis sind ein Stück weit auch eine authentische Beschreibungen der Stadt Bamberg. Schließlich taucht auch der Journalist Dante Wischnewski auf.
Dante sei nicht bei jedem ihrer Leser beliebt, weil er so übereifrig sein, sagt Friederike Schmöe. Dennoch hilft der Journalist der Privatdetektivin bei der Aufklärung des Falls. Während einer Fernsehaufzeichnung gibt es weitere Tote.
"Zuträger" ist bereits der 13. Fall, in dem die Privatdetektivin ermittelt. Eine weitere Hauptfigur in Friederike Schmöes Krimis ist die Ghostwriterin Kea Laverede, die nicht den Serientod sterben wird. Für die Krimiautorin stellt sich die Frage, ob ein Autor überhaupt eine Figur umbringen darf. "Damit würde man seine Leser nur verschrecken", sagt Friederike Schmöe.
Rechtzeitig zu Beginn der Kerwa-Saison in Franken wird es einen neuen Krimi geben. Friederike Schmöe hat 13 Autoren aus dem fränkischen Raum eingeladen einen unterhaltsamen Mord zur Kirchweih zu schreiben.

13 Kirchweihmorde

Einzige Bedingung, die Kirchweih muss es tatsächlich geben und es muss ein Mord passieren. Der Krimi "Kirchweihmorde" soll im Juli erscheinen. "Darin gibt es ganz abgedrehte Geschichten", verspricht Friederike Schmöe. Beispielsweise agiert ein Verbrecherkönig aus der JVA Bamberg heraus. Die Morde passieren unter anderen auf Kirchweihen in Bamberg, Fürth, Hersbruck oder Langenzenn. Auf einen Weihnachtskrimi aus der Feder der Bamberger Autorin müssen sich ihre Fans noch bis Weihnachten 2016 gedulden.
Mit dem Hinweis "Lesen ist schöner als Laufen", endet eine spannende Lesung.