Kulmbach — Zu einem intensiven Meinungs- und Informationsaustausch trafen sich die Kreisvorstandsmitglieder des Bayerischen Bauernverbands (BBV) im Landkreis Kulmbach mit Landtagsvizepräsidentin MdL Inge Aures in der Himmelkroner Frankenfarm. Dabei wurde eine Vielzahl an agrarpolitischen Themen angesprochen. Die Vertreter des Bauernverbands baten MdL Aures um Unterstützung.
Kreisbäuerin Beate Opel monierte, dass die bäuerlichen Betriebe für Milch und Getreide faire Preise erhalten müssten. Kreisobmann Wilfried Löwinger prangerte die zunehmende Bürokratie an. Man müsse immer mehr dokumentieren und habe immer weniger Zeit für die eigentlichen Tätigkeiten als Landwirt. Dadurch sei es überaus schwierig, gerade junge Menschen für eine Hofnachfolge zu begeistern.
Landtagsabgeordnete Inge Aures betonte, dass die bäuerliche Landwirtschaft ein wichtiger Bestandteil der Gesellschaft ist. Gerade im ländlichen Raum komme dieser eine enorme Bedeutung zu, sowohl bei der Landschafts- und Brauchtumspflege als auch im Bereich der natürlichen Tierhaltung. "Hier brauchen wir unsere Landwirtschaft, und diese muss sich auch kritisch zu Wort melden, wenn es einmal Probleme gibt", so die Landtagsvizepräsidentin.
Angesprochen auf das Thema Mindestlohn betonte Aures, dass für die Tarifvertragsparteien der Land- und Forstwirtschaft durch eine Verordnung eine Ausnahme vom gesetzlichen Mindestlohn geschaffen wurde. Derzeit gilt ein Mindestlohn im Westen von 7,40 Euro/Stunde und ab dem 1. Januar 2017 ein bundesweites Mindestentgelt von 8,60 Euro/Stunde.

Infos zum Thema Mindestlohn

Aures betonte, dass die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesarbeitsministerium, Anette Kramme, für eine Informationsrunde mit Vertretern des Bauernverbands zu Verfügung steht und dabei Fragen zum Mindestlohn beantworten wird.
Weitere Themen in der Diskussionsrunde waren die Auswirkungen der Freihandelsabkommen TTIP und CETA auf die Landwirtschaft, die Breitbandversorgung im ländlichen Raum und die Folgen der Exportbeschränkungen durch die EU-Sanktionen gegen Russland.
Kreisobmann Löwinger danke Inge Aures für ihre Gesprächsbereitschaft. Man sei zwar nicht immer derselben Meinung, Aures habe aber stets ein offenes Ohr für die Belange der Landwirtschaft, sagte er. red