"Wir sind der Anwalt der Jugend", mahnte Andy Fischer, Vorsitzender des Kreisjugendrings (KJR). Er erinnerte bei der Vollversammlung im Pressiger Feuerwehrhaus an die Vorstandswahlen im kommenden Jahr: "Mindestens fünf Personen aus dem jetzigen Vorstand stellen sich nicht mehr zur Wahl." Sollte sich kein neuer oder nur ein unvollständiger Vorstand abzeichnen, wäre man nicht mehr geschäftsfähig und der Bezirk würde die Leitung und Steuerung des Kreisjugendrings übernehmen. Diese Option begeisterte Fischer nicht, deshalb wandte er sich eindringlich an die Mitglieder: "Schlüsselpositionen müssen erhalten bleiben. Überlegt doch bitte, ob nicht einige von euch Führungsaufgaben übernehmen möchten."

Zuschüsse nutzen

Außerdem appellierte der Vorsitzende auch: "Stellt Zuschussanträge!" Geschäftsführerin Eva Wicklein war schon leicht verzweifelt, als sie anmerkte, dass jedes Jahr etwa 20 000 Euro "einfach so liegen bleiben", die man wieder an die Vergabestellen zurückgeben müsse. "Wenn ihr meine Hilfe für den Antrag braucht oder Fragen habt, dann kommt einfach vorbei", bot sie den Mitgliedern an.

Über einen speziellen Jugendfonds informierte Andy Fischer. Dieser werde vom Jugendforum verwaltet, und über die Fördermittel entschieden die Jugendlichen selbst.

Für die Teilnahme am Kreisspielfest 2019 wurde ebenfalls geworben. Fischer: "Struwwel und die Pfadfinder können nicht teilnehmen. Überlegt euch doch, ob ihr nicht eine Mitmach-Station aufbauen wollt. Wir würden das Angebot nämlich auch sehr gerne jedes Jahr erweitern."

Weitere Werbung gab es für das "Saftmobil", einen umgebauten Imbisswagen. Der sei sehr gut ausgestattet und man könne ihn problemlos zu einem absolut erschwinglichen Preis mieten.

Die neue Hüpfburg sei offiziell zwar noch gar nicht eingeweiht, sagte Geschäftsführerin Wicklein, aber man könne sie schon mieten. Sie vermittelte auch den Geschäftsbericht und hatte neben all dem Zahlenwerk zusätzlich einige Anmerkungen.

"Das Spielmobil wird immer beliebter. Für Mai sind wir schon komplett ausgebucht. Die Anfragen gehen durch die Decke", sagte sie. Allerdings komme das Spielmobil "in die Jahre". "Es wird heuer wohl das letzte Mal sein, dass wir es durch den Tüv bekommen", prophezeite sie.

Zum Thema Ferienpass stellte sie mit komisch-verzweifelter Miene fest: "Letztes Jahr haben wir die Auflage heruntergefahren, weil die Nachfrage nicht so groß war, hätten aber mehr gebraucht. Jetzt drucken wir wieder mehr, mal schauen ..."

Der Blick zurück umfasste auch das Thema Mitternachtssport. Hier möchte Andy Fischer künftig nicht nur auf die Möglichkeiten in der Kreisstadt zurückgreifen, sondern raus aus Kronach und rein in die umliegenden Gemeinden. Der Mitternachtssport sei ein wichtiges Thema und eine echte Alternative zu Alkohol und Schlimmerem. "Den Rahmen dafür werden wir weiterhin tragen. Aber wir hören uns auch gerne eure Ideen an, spielen mit Variationen und sind offen für Vorschläge. Der Mitternachtssport kann auch die Möglichkeit sein, einen niederschwelligen Zugang zum Vereinsleben zu finden."

Schützen stellten sich vor

Ein neues Vertretungsrecht bekam die bayerische Schützenjugend. Dies nahm die Schützengesellschaft Rothenkirchen zum Anlass, sich offiziell vorzustellen. Schützenmeister Daniel Bergmann spannte einen Bogen von der Gründung des Vereins zu den 137 Mitgliedern im Jahr 2019. Bergmann sprach auch kurz über die Anforderungen, die an die Schützen gestellt würden: "Koordination, Kraft und mentale Leistung."

Pressigs Bürgermeister Hans Pietz fand eindringliche Worte: "Bei der Entwicklung der Jugend darf man sich nicht zurücklehnen und zuschauen. Man muss Orientierung geben und Betreuung. Bevormundung sollte man aber lieber stecken lassen."

Stellvertretender Landrat Bernd Steger erklärte, der Landkreis stehe hinter "seinem Kreisjugendring, denn er leistet solide Arbeit - von Küps bis Steinbach an der Haide". ml