Die Umweltbildung des Kreisjugendrings Erlangen-Höchstadt wurde kürzlich mit dem Qualitätssiegel "Umweltbildung Bayern" ausgezeichnet, doch die coronabedingten Verordnungen machen Jugendarbeit aktuell fast unmöglich.

Umweltbildung ist seit über 20 Jahren ein Schwerpunkt der Arbeit des Kreisjugendrings (KJR) Erlangen-Höchstadt, heißt es in einer Pressemitteilung des KJR-Vorstands. Mit dem "Umweltforschermobil" würden Projekte mit Jugendgruppen und Schulklassen im ganzen Landkreis umgesetzt. Mit der nachhaltigen Gestaltung des Jugendcamps Vestenbergsgreuth werde die Bildung für nachhaltige Entwicklung für Jugendgruppen des Landkreises und weit darüber hinaus ermöglicht.

Diese Arbeit wurde nun ausgezeichnet mit dem Qualitätssiegel "Umweltbildung Bayern" der bayerischen Staatsregierung. Der Vorsitzende des KJR, Dominik Hertel, sagt dazu: "Wir fühlen uns durch diese Auszeichnung geehrt und bestätigt. Bildung für nachhaltige Entwicklung ist für uns ein Auftrag in all unseren Aktivitäten." Doch die Corona-Pandemie macht auch vor der Jugendarbeit nicht halt. Das Jugendcamp Vestenbergsgreuth musste - nach einer Schließung im Frühjahr - auch in den Wintermonaten schließen.

Defizit ist nicht nur finanziell

Das entstandene und noch entstehende finanzielle Defizit wird durch Mittel des Landkreises Erlangen-Höchstadt gedeckt. Jedoch entstehen durch die verordneten Maßnahmen auch andere Schäden. Der Vorstand des KJR ist sich einig, so der Vorsitzende: "Das Verbot der Jugendarbeit ist der falsche Weg. Jugendarbeit bietet für viele junge Menschen einen wichtigen dritten Ort neben der Familie und Schule. Gerade für junge Menschen, die in ihrer Familie Gewalt oder Missbrauch erfahren, ist solch ein dritter Ort von enormer Wichtigkeit. Die Jugendarbeit hat in den vergangenen Monaten mehrfach bewiesen, dass sie in der Lage ist, hochwertige pädagogische Arbeit unter strengen Schutzmaßnahmen durchzuführen." Ähnlich hatte sich auch der Präsident des Bayerischen Jugendrings, Matthias Fack, geäußert: "Kinder und Jugendliche brauchen geschützte Räume der Gemeinschaft und der Begegnung, in denen sie als Menschen wahrgenommen und gehört werden. Diese Räume hätte ihnen die Jugendarbeit auch im Winter bieten können. Zur Bekämpfung der Pandemie sind drastische Maßnahmen notwendig. Aber auch junge Menschen müssen dabei Freiheiten behalten, die ihren Bedürfnissen entsprechen." Aus Sicht des KJR ist es ein großes Versäumnis, dass junge Menschen bei Entscheidungen, die massiv in ihr Leben und ihre Entwicklung eingreifen, nicht eingebunden wurden.

In Absprache mit Jugendverbänden und den Gemeindejugendpflegern werde schon seit Monaten eine Vielzahl von digitalen Angeboten ausprobiert, doch könnten diese den direkten Kontakt nicht vollständig ersetzen. Der KJR ist jedoch voller Zuversicht, heuer wieder Veranstaltungen in Präsenz anbieten zu können und das Jugendcamp Vestenbergsgreuth ab März wieder zu öffnen. Das Jahresprogramm ist in Vorbereitung und wird demnächst verteilt und online gehen. Die Angebote der Umweltbildung spielen dabei eine große Rolle. red