Zum Artikel "Ist der Kreisverkehr vom Tisch?" (BR vom 25. September) wird uns geschrieben: Ich habe mir lange überlegt, ob ich mich zu den Problemen an der Kreuzung in Wirsberg äußern sollte. 27 Unfälle in drei Jahren, Gott sei Dank kein tödlicher dabei, und es gibt immer noch Verantwortliche, die auf Biegen und Brachen eine, Ihre, Lösung durchdrücken wollen.

Wenn die beiden Bürgermeister von Wirsberg und Neuenmarkt sich schon mit einem Kreisverkehr befasst haben und dabei auch noch vom Leiter der Polizeiinspektion Stadtsteinach unterstützt werden, sollte doch auch versucht werden, diese Lösung zu realisieren. Ich denke, dass diese drei Personen sehr wohl wissen, von was Sie reden.

Deren Meinung und Kompetenz sollte von anderen Stellen nicht unter den Teppich gekehrt und ignoriert werden. Durch meine berufliche Erfahrung im Fernverkehr weiß ich sicherlich, von was ich spreche.

Vor einem Kreisverkehr muss immer die Geschwindigkeit reduziert werden - und somit würde auch die Lärmbelästigung der Anwohner an der Bundesstraße 303 verringert.

Im Gegensatz dazu wollen viele Verkehrsteilnehmer bei einer Ampel, die Grün zeigt, noch schnell durchkommen und erhöhen deshalb die Geschwindigkeit (Geräuschzunahme), was unter anderem auch wieder das Unfallrisiko erhöht. Über den dadurch längeren Brems- und Anhalteweg glaube ich dabei nicht reden zu müssen.

Wenn von einer Ausnahme am Industriegebiet in Himmelkron (Kreisverkehr) gesprochen wird, wäre meine Empfehlung an die oder den Befürworter einer Ampellösung, einmal mit dem Auto in Deutschland Urlaub zu machen. In vielen Regierungsbezirken von Bayern und in anderen Bundesländern wird selbst auf Bundesstraßen der Kreisverkehr bevorzugt. Hier ist der Vergleich mit der Bundesstraße 470 bei Neustadt/ Aisch und Bad Windsheim sicherlich angebracht. In Neustadt/Aisch ist im Kreuzungsbereich von B 470 und B 8 unter anderem die Frankenbrunnen AG angesiedelt. Auch wurde an der B 22 zwischen Bayreuth und Hollfeld - hinter Eckersdorf - ein Kreisverkehr geschaffen, und somit kann von einer Ausnahme bei Himmelkron sicherlich keine Rede sein.

Auch die B 470 sowie die B 8 sind überregionale Straßenverbindungen. Dies nur zum Vergleich mit der B 303.

Meine Hoffnung für die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer und die, die diese Kreuzung jeden Tag passieren müssen, ist, dass sich die Verantwortlichen noch einmal an einen runden Tisch setzen. Nur gemeinsam mit allen Beteiligten an diesem Tisch lässt sich eine Lösung finden, die auf Dauer Bestand hat. Es sollte nicht sein, dass alle paar Tage jemand anderer eine neu Lösung auf den Tisch legt und im Schnellschuss diese Kreuzung zum x-ten mal dann wieder umgebaut wird. Für mich ist und bleibt ein Kreisverkehr immer sicherer als jede Ampel.

Hermann Krauß

Menchau