Von unsern Mitarbeitern
Thomas und Fabian Scheler

Coburg — Neun Medaillen sicherten sich die Läufer aus Neuses bei den bayerischen Meisterschaften. Zudem bleibt der Verein der zweitbeste in Bayern.
Für die Orientierungsläufer gab es ein volles Medaillenset zuletzt nicht mehr so häufig. Beim 4. und letzten bayerischen OL-Wochenende der Saison in Bamberg holten sich die Coburger Läufer nun aber gleich drei Medaillenpakete. Es stand die bayerische Einzelmeisterschaft über die Langdistanz auf dem Programm und drei Mal Gold, drei Mal Silber und drei Mal Bronze baumelten am Ende um die Hälse von Läufern des TV Coburg-Neuses.
Gute äußere Bedingungen und ein abwechslungsreiches, hügeliges Gelände im Michelsberger Wald nahe Gaustadt erwarteten die Teilnehmer.


Hut vor Schwarzkopf und Weid

Bei den Damen ab 55 schien nach der silbernen Medaille im deutschen Mannschaftsbewerb vor zwei Wochen nur die Verteilung der Medaillen unklar zu sein. Gold gab es für Martina Huth, die sich auch die bayerische Landesrangliste 2015 sicherte. Titelverteidigerin Irma Schwarzkopf musste sich ihrer Vereinskollegin klar geschlagen geben, drei größere Fehler zu den Checkpoints 1, 8 und 9 markierten den Unterschied. Angelika Weid komplettierte das Neuseser Podest und holte hinter Schwarzkopf die Bronzemedaille.
Anders lief es bei den Herren ab 55: Stephan Kirsch lieferte sich von Anfang an mit seinem schärfsten Konkurrenten aus Landshut ein knappes Rennen. Nach knapp über einer Stunde entschieden 24 Sekunden Abstand zwischen Kirsch, der Gold für Neuses holte, und Gerhardt Werthmann (OLV Landshut) auf dem silbernen Platz.
Für eine kleine Überraschung sorgte Noemi Reuß bei den Mädchen bis 12 Jahren. Die talentierte Nachwuchsläuferin startet erst seit wenigen Monaten bei bayerischen Wettkämpfen und holte gleich bei ihrer ersten Meisterschaft die Goldmedaille.
Bei den Jungen bis 12 Jahren hatten die Neueser Orientierer ebenfalls zwei heiße Eisen im Feuer: der laufstarke Daniel Cionoiu verfehlt Gold nur knapp und gewann Silber. Ebenso knapp war sein Vorsprung auf seinen Vereinskollegen Anton Tatzel.
Bei den Herren ab 35 schien die Ausgangsposition klar. Der große Favorit Ralph Körner kam aus Landshut, hatte über 20 Jahre die bayerische Herren-Elite dominiert und startete nun in seinem ersten Jahr bei den Senioren ab 35 Jahren. Schlagen ließe sich Körner nur, wenn er selbst Fehler machen würde. Er traf auf Thomas Scheler (TV Coburg-Neuses), 17 Jahre älter als Körner, der mit einem fast perfekten Lauf den Altersunterschied zu seinem Konkurrenten bis auf 24 Sekunden reduzierte und sich verdient die Silbermedaille erlief.
Jan Schmidt, der in der Herren-Elite startete, musste sich zwei Nationalkader-Läufern geschlagen geben und holte sich Bronze. Jan Schmidt war damit einer der erfolgreichsten Läufer für den TV Coburg-Neuses 2015: er holte sich bei jeder bayerischen Meisterschaft eine Medaille, in der Staffel Gold, über die Mitteldistanz und im Sprint Silber und nun auch noch Bronze. Der noch verletzungsbedingt mit Trainingsrückstand startende Wolfram Pohl konnte diesmal ins Geschehen der Herren nicht eingreifen.
Damit ist die bayerische Saison für dieses Jahr abgeschlossen. Traditionell wird am Ende der Saison auch der Vereinspokal vergeben. Dieser setzt sich aus den Ergebnissen aller gestarteten Läufer eines Vereins zusammen. Hinter der OL-Hochburg aus Regensburg, die in diesem Jahr mit doppelt so vielen Läufern an den Start ging, wurde der TV Coburg-Neuses Zweiter unter 17 Vereinen und untermauerte damit seine wichtige Stellung als Orientierungslauf-Stützpunkt in Bayern.


Mir Frust zu Silber

Die Damenriege des TV Coburg-Neuses ist weiterhin erfolgreich. Nach vielen bayerischen Titeln holte sich die Damenmannschaft die Silbermedaille bei den deutschen Mannschaftsbestenkämpfen.
Martina Huth, Irma Schwarzkopf und Angelika Weid gingen in der Kategorie Damen 175 an den Start. Zusammenaddiert muss das Alter mehr als 175 Jahre betragen. "Bei uns hat es heute sehr gut geklappt, wir mussten nur wenige Minuten am Ende aufeinander warten", erklärte Angelika Weid nach dem Lauf.
Die drei Damen waren noch am Vorabend reichlich frustriert bei der Siegerehrung im Kurort Eberswalde gesessen. Geehrt wurde da das Podest, und die Neueseser Damen mussten applaudieren. Es hatte nur zu Rang vier gereicht. Besser lief es dann im schwierigen Brandenburger Gelände.
Neben den Damen der D175 startete ein Team in der Herren-Hauptklasse. Fabian Scheler, Jan Schmidt und Hannes Höfer hatten im Kampf mit der deutschen Elite aber an beiden Tagen kaum Chancen und wurden 18. in der Staffel und 15. in der Mannschaft. Besser lief es für das zweite Team: Ind er Rahmenkategorie gingen Thomas Scheler, Jürgen Schubert und der nach langer Verletzung wieder genesene Wolfram Pohl an den Start und gewannen. Allerdings verletzte sich Pohl bei seiner Rückkehr, so dass am Sonntag das Team mit Ersatzläufer Roland Huth auf Rang 13 lief.