Die Diskussion macht auch vor Bad Rodach nicht halt - Klimawandel? Wollen wir alle verhindern. Aber unsere Jobs wollen wir auch behalten!

Die Roadshow der IG Metall - ein Wohnmobil der Gewerkschaft - hat am Montag auf dem Marktplatz der Kurbadstadt Station gemacht. Offizieller Anlass war das mehrtägige Treffen von Betriebsratsmitgliedern aller 17 deutschen Valeo-Standorte. Aber: Der Gewerkschaft um IGM-Funktionär Jürgen Apfel ging und geht es darum, auf die Herausforderungen der Zukunft für die Automobilzulieferer aufmerksam zu machen. Denn Experten sind sich einig: Durch den Wandel weg vom Verbrennungsmotor hin zu E-Mobilität könnten viele Jobs überflüssig werden. Das Produzieren von E-Autos ist deutlich weniger arbeitsintensiv als die Herstellung von Verbrennern. Die Roadshow der IG Metall steht unter dem Motto "Fairwandel nur mit uns".

Im Bad Rodacher Werk des französischen Konzerns Valeo werden Kühl- und Heizsysteme für Automobile entwickelt und gebaut. "Zurzeit sind wir 1150 Mitarbeiter in Bad Rodach", sagte der Vorsitzende des Betriebsrates von Valeo Klimasysteme, Markus Geflitter, am Montag. In den letzten beiden Jahren sei schon eine dreistellige Zahl an Arbeitsplätzen abgebaut worden. Das sei ohne betriebsbedingte Kündigungen geschehen.

Seit nahezu zwei Jahren stehe die Arbeiternehmervertretung aber bereits mit dem Konzernmanagement und mit dem Management vor Ort in Verhandlungen über die Zukunft des Werks. "In der Produktion haben wir derzeit gut zu tun", sagte Geflitter am Montagmittag auf dem Marktplatz von Bad Rodach. Noch keine Antwort gebe es aber auf die Frage, welche Projekte in das Bad Rodacher Werk kommen sollen. Bei diesen Gesprächen gehe es deshalb um die Arbeitsplatzsicherung und eine Zukunftsperspektive für die Beschäftigten in Bad Rodach. Hauptabnehmer der Valeo-Produkte aus Bad Rodach seien BMW und Daimler.

Gleichlautend äußerte sich Jürgen Apfel von der IG Metall Coburg. Seit Monaten schon rede man mit der Werksleitung und auch der Konzernführung über einen Zukunftstarifvertrag. Betriebsratsvorsitzender Markus Geflitter sagte: "Die Corona-Pandemie im vergangenen Jahr hat es nicht leichter gemacht."

Inzwischen gehe es zwar in dieser Hinsicht wieder bergauf. Die Automobilzulieferer stünden aber allgemein unter einem sehr hohen Kostendruck durch die Autobauer. Daraus resultiere eine starke Automatisierung, um die Produktionskosten zu senken.

Tobias Ehrlicher, Bürgermeister von Bad Rodach, bringt der Entwicklung des Valeo-Werkes in seiner Stadt natürlich großes Interesse entgegen. Die Politik müsse darauf einwirken, "dass das Endprodukt Auto in Deutschland hergestellt wird".