klaus-peter gäbelein

Am kommenden Donnerstag, 2. Februar, begeht die katholische Kirche das Fest "Mariä Lichtmess", das auch als "die Darstellung des Herrn" bezeichnet wird. Die Darbringung des neugeborenen Jesuskindes im Tempel ist auf zahlreichen spätgotischen Abbildungen dargestellt.
Es ist eines der ältesten kirchlichen Feste, wurde bereits im siebten Jahrhundert aus der Ostkirche übernommen und unter dem Namen "Mariä Reinigung" eingeführt. Die Bezeichnung Mariä Reinigung geht auf das jüdische Brauchtum zurück, dass eine Frau erst 40 Tage nach der Geburt wieder rein war. Bei uns hat sich wegen der Kerzenweihe und der Lichterprozessionen an diesem Tag der Name "Lichtmess" eingebürgert. Die Tage werden nun sichtbar länger und früher begann das bäuerliche Jahr, was die Arbeit im Außenbereich anbetraf.
Bei den Bauern galt der Wahlspruch: "Bei Lichtmess am Tag zu Nacht ess'!", weil man ab dem 2. Februar, die Abendmahlzeit in den dunklen Stuben noch bei Tageslicht einnehmen konnte, schließlich gab es das Abendessen in dieser Jahreszeit bereits gegen 16 Uhr.
Im bäuerlichen Jahreskreislauf war es früher üblich, an Mariä Lichtmess die Herrschaft zu wechseln. Viele Haushaltsbücher und Kirchenrechnungen wurden nicht nach dem Jahreskalender, sondern von Lichtmess zu Lichtmess geführt. Und weil in vergangenen Zeiten die Dienstboten neben Geld auch Sachgeschenke erhielten, wie Wolle, Tuche und Ähnliches, gab es in den größeren Ortschaften auch Lichtmessmärkte, auf denen sich Knechte und Mägde neu einkleiden oder das verdiente Geld ausgeben konnten.


Danach gibt es Glühwein

Der Heimatverein führt seit Jahren am Lichtmesstag eine kostenlose abendliche Führung durch, um an das alte Brauchtum zu erinnern.
Im Anschluss daran können sich die Gäste im geheizten Schmuckstück des Vereins, dem Steinweg 5, bei Glühwein aufwärmen. Treffpunkt für die Führung ist am 2. Februar um 18 Uhr am Schusterbrunnen im Schlosshof.