Die Tagesordnung des Mittelschulverbandes Neuenmarkt-Wirsberg schien auf den ersten Blick wenig ergiebig zu sein, zumal es größtenteils um die Jahresrechnungen 2013 und 2014 ging, doch gerade die örtliche Rechnungsprüfung, die eigentlich keine Beanstandungen brachte, rief den Vorsitzenden des Grundschulverbandes Neuenmarkt-Wirsberg, Bürgermeister Hermann Anselstetter, auf den Plan.
Konkret ging es um eine Vereinbarung des Grundschulverbandes mit der Marktgemeinde Wirsberg, die eine pauschale Kostenerstattung von 1000 Euro für die Marktgemeinde Wirsberg für deren Verwaltungsaufgaben im Grundschulverband vorsieht.
Verbandsvorsitzender Siegfried Decker dankte zunächst den beiden Rechnungsprüfern für deren verantwortungsvolle Tätigkeit: "Das Ergebnis war ganz erfreulich, denn die örtliche Rechnungsprüfung brachte keine Beanstandung. Die finanziellen Verhältnisse des Schulverbandes sind geordnet. Die Einhaltung des jeweiligen Haushaltsplanes war gewährleistet."
Die beiden Rechnungsprüfer wollten lediglich Auskunft darüber, was die Grundlage der Vereinbarung zwischen dem Grundschulverband und der Marktgemeinde Wirsbserg über die jährliche Kostenerstattung von 1000 Euro bildet.


Art und Weise ärgerte Anselstetter

Anselstetter nahm dazu als Vorsitzender des Grundschulverbandes Neuenmarkt-Wirberg sehr ausführlich Stellung. Zunächst brachte er allerdings sein Befremden darüber zum Ausdruck, dass er ein Schreiben des Mittelschulverbandes bekam, mit dem er gebeten wurde, zur Prüfungsfeststellung mit der Kostenpauschale Stellung zu nehmen.
Anselstetter erinnerte zunächst daran, dass der Grundschulverband rechtlich zwingend zu gründen war, weil die Grundschule Neuenmarkt-Wirsberg als eine eigenständige Schule eingestuft wurde und damit vom Mittelschulverband losgelöst wurde. Nach der Gründung des Grundschulverbandes wurde mit der Marktgemeinde Wirsberg einstimmig die Verwaltungsvereinbarung geschlossen, die bereits am 1. August 2010 in Kraft getreten ist.
Seitdem erhält der Markt Wirsberg auch diese Kostenpauschale für Aufgaben, die er für den Grundschulverband vornimmt. Die generelle Abwicklung des Grundschulverbandes wurde aber dem Mittelschulverband übertragen, der eine ähnliche Kostenvereinbarung mit der Gemeinde Neuenmarkt abgeschlossen hat, nur mit dem Unterschied, dass diese Kosten nach einem prozentualen Schlüssel errechnet und jährlich angepasst werden. Waren es 1990 noch 5000 Euro, so liegt der Kostenanteil derzeit bei rund 15 000 Euro. Anselstetter stellte in dem Zusammenhang die Frage, ob es nicht folgerichtig wäre, die Kostenerstattung für Wirsberg nicht auch prozentual vorzunehmen.


Borderwand und Kunststoffböden

Einig war man sich darüber, dass die Schule eine neue Borderwand erhält. Einschließlich des notwendigen Fallschutzes müsse hier mit Kosten von 5300 Euro gerechnet werden. Erfreulich für den Schulverband: 2500 Euro konnten über einen Sponsorenlauf der Schüler selbst erwirtschaftet werden und der Förderverein legt noch 800 Euro obendrauf, so dass noch ein Kostenanteil von 2000 Euro zu finanzieren ist.
In den letzten vier Klassenzimmern und Nebenräumen werden in den Sommerferien noch die Filzböden aus Gründen der Hygiene durch Kunststoffböden ausgetauscht. Hier müsse mit Kosten von rund 18 000 Euro gerechnet werden. Die Finanzierung kann nach den Worten von Verbandsvorsitzendem Decker sichergestellt werden, weil durch zusätzliche Gastschulbeiträge rund 22 500 Euro in den Haushalt 2016 fließen.