von unserer Mitarbeiterin Gerda Völk

Altenkunstadt — Mit dem Kordigast besitzt der Landkreis Lichtenfels einen touristischen Riesen, der eine Aufwertung erfahren soll. Landrat Christian Meißner (CSU) und Kreisfachberater Michael Stromer stellten gestern im Rahmen eines Pressegespräches im Landratsamt die geplanten Maßnahmen vor.
Mit der Aufwertung des Kordigastes soll sowohl für Einheimische wie auch für Touristen eine weitere Attraktion im Landkreis entstehen. Der Staffelberg sei weithin bekannt. "Wenn man im südlichen Landkreis jemanden fragt, wann warst du das letzte Mal auf dem Kordigast, dann wird man höchstens ein nachdenkliches Kopfkratzen ernten", erklärt Meißner schmunzelnd. Das soll sich jetzt ändern.
Abenteuer, Natur und Kultur heißen die Themen, mit denen eine Aufwertung geschehen soll. Zu den spielerischen Elementen zählt ein Abenteuerspielplatz, der beim Abzweig großer Kordigast entstehen soll. Dabei wird laut Meißner mehr zu finden sein als nur eine Schaukel und ein Sandkasten. Entstehen soll ein Spielplatz, für den sich auch eine etwas weitere Anreise lohnt. Angedacht sind auch ein Streichelzoo in der Nähe der "Steinernen Hochzeit" und ein Rad-Gelände-Parcours beim "Waldfrieden".
Zu den Bildungselementen, die den Besucher Details zum Kordigast nahebringen sollen, zählen der Bergbau, die Quellen, die Geologie und das Juraprofil. Das geologische Profil des Kordigast gibt nach Ansicht von Stromer zwar viel her, sei aber noch nicht genau untersucht.
Im Gegensatz zur Geschichte der Kelten am Kordigast, die noch genauer erforscht werden muss, gibt es dagegen viele Informationen über die Eisenerzgruben am Kordigast. Aus der Zeit von 1850 bis 1920 sind mehrere Eisenerzgruben mit verschütteten Stollenmundlöchern und Abraumhalden vorhanden. Auf diese könnten Tafeln sowie Faltblätter zum Mitnehmen aufmerksam machen.
Um die Vielfalt den Besuchern nahezubringen, sind die Anlage von Themenwegen, die Ausarbeitung von Führungen und die Erstellung von Faltblättern vorgesehen. Meißner würde sich wünschen, wenn sich auch die Historiker an der Ausarbeitung von Informationen beteiligen würden.
Eine Aufwertung soll nicht zuletzt auch durch Freilegungs- und Rodungsmaßnahmen am großen Kordigast geschehen. Eine Aufgabe, der sich bereits der Landschaftspflegeverband angenommen hat. In diesem Zusammenhang dankt Landrat Meißner der Waldbesitzervereinigung unter ihrem Vorsitzenden Robert Hümmer. Erste Freilegungsmaßnahmen sind für den kommenden Herbst und Winter geplant.
Naturschutzprojekte sollen auf die Besonderheit am Kordigast aufmerksam machen, wie die Kordigast-Mehlbeere und die von Artenvielfalt geprägten flachgründigen Trockenrasen.
Kaum bekannt dürfte sein, dass es im Bereich des Kordigast auch viele Quellen gibt.
"Wir wollen den Kordigast so gestalten, dass er ein Erlebnis für einen ganzen Tag wird", erläuterte Meißner. Alle Maßnahmen sollen so landschaftsverträglich wie nur möglich geschehen. Ein Disneyland soll auf keinen Fall entstehen. Auch die Bevölkerung kann ihre Ideen einbringen. Die Kosten beziffert Meißner mit einem bedeutenden Betrag im sechsstelligen Bereich. Er zeigte sich zuversichtlich, dass der Landkreis die Maßnahmen über ein Leader-Projekt finanzieren kann. Damit wären dann 60 Prozent der Investitionskosten abgedeckt. Die Aufwertung des Kordigast diene letztlich dazu, ein Highlight des oberen Landkreises wieder ins rechte Licht zu rücken.