Die Hochschule Coburg hat 2021 Jubiläum gefeiert - unter anderem mit einer Sonderpostkarte, die noch bis Ende des Jahres über Amateurfunk angefordert werden kann. Elektrotechnik-Ingenieur Maximilan Schunk erklärt, warum Funk im Internet-Zeitalter fasziniert.

Schunk zeigt durch ein Fenster des Mitarbeitercafés über den Innenhof aufs gegenüberliegende Dach der Hochschule Coburg. "Die Antennen da oben nutzen wir, um über Amateurfunkdienste weltweit Kontakte herzustellen." Begonnen wurde damit bereits zu Zeiten des Staatlichen Polytechnikums, aus dem 1971 die Fachhochschule entstand und 2008 die heutige Hochschule für angewandte Wissenschaften.

Mittlerweile kann sich jeder weltweit übers Internet verbinden. "Amateurfunk klingt vielleicht erst mal altbacken", sagt Schunk, "aber wir nutzen modernste Technik. Mit dieser runden Antenne dort können wir zum Beispiel eine WLAN-Strecke über 30 Kilometer aufziehen."

Schunk betreut die Funkstation an der Hochschule mit dem weltweit einzigartigen Rufzeichen DL0FHC. Schunk ist Laboringenieur in der Fakultät Elektrotechnik und Informatik, und auch wenn der Amateurfunk nur einen Bruchteil seiner Arbeit ausmacht, ist es ein Bereich, den er liebt.

Der 41-Jährige erzählt angeregt über den Sonnenwind, der hauptsächlich aus Elektronen und positiven Ionen besteht und in etwa 80 bis 300 Kilometer Höhe weht. In dieser sogenannten Ionosphäre können Funkwellen weite Entfernungen überbrücken. Je nach Ausmaß der Ionisierung werden die Wellen unterschiedlich auf die Erdoberfläche zurückgeworfen, hier wiederum vom Wasser reflektiert und so wieder zurück in die obere Schicht der Erdatmosphäre geschickt.

Vielfältiger Nutzen

"Weil die Ionenkonzentration vom Sonnenstand abhängt, geht nicht jede Frequenz zu jeder Tageszeit gleich gut", erklärt Schunk. "Amateurfunk ist eine Möglichkeit, das gelernte Wissen aus Physik und Elektrotechnik praktisch anzuwenden." Die Technik dient auch heute noch experimentellen und technisch-wissenschaftlichen Studien, der Weiterbildung, der Völkerverständigung und der Unterstützung von Hilfsaktionen in Not- und Katastrophenfällen. red