Die Unternehmen aus dem Wirtschaftsraum Kulmbach sind in der Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) für Oberfranken zunehmend zurückhaltend. Die aktuelle Geschäftslage wird von den befragten Betrieben im Vergleich zur Neujahrsumfrage noch konstant und im Saldo weiterhin positiv beurteilt.

Die Erwartungen an die kommenden Geschäfte geben hingegen deutlich nach und sind im Saldo nahezu ausgeglichen. "Die Herausforderungen werden täglich größer. Noch berichten viele Kulmbacher Unternehmen von einer stabilen Wirtschaftslage. Doch die Stimmung in der Wirtschaft droht zu kippen", so IHK-Vizepräsident Harry Weiß, der auch Vorsitzender des IHK-Gremiums Kulmbach ist. Der Konjunkturklimaindex für Kulmbach gibt um acht Zähler nach und liegt nun bei 109 Punkten. Die aktuelle Geschäftslage wird von den Unternehmerinnen und Unternehmer aus Stadt und Landkreis Kulmbach überraschend stabil eingestuft. 30 Prozent geben eine gute Wirtschaftslage zu Protokoll. Demgegenüber beurteilen 14 Prozent die betriebliche Situation als schlecht. Damit gibt der Saldo im Vergleich zur Neujahrsumfrage um einen Punkt nach.

Ursache für die insgesamt gute Lageeinschätzung ist die Umsatzentwicklung im Inland, die sich bei den befragten Firmen im Saldo leicht positiv entwickelt hat. Auf den ausländischen Märkten musste die exportierende Wirtschaft hingegen in der Gesamtschau Umsatzrückgänge verbuchen. Die Erwartungen an künftige Geschäfte büßen bei den befragten Firmen aus der Region an Optimismus ein. 28 Prozent der Unternehmen erhoffen sich eine Verbesserung ihrer Geschäftslage in den anstehenden zwölf Monaten, 26 Prozent hingegen erwarten eine Verschlechterung. Der Rest geht von keiner signifikanten Veränderung ihrer Geschäftslage in der kommenden Zeit aus.

Damit gibt die Prognose im Vergleich zur Neujahrsumfrage merklich nach, bleibt im Saldo aber leicht positiv. Hauptursache für die Abkühlung sind die Erwartungen an die Auslandsmärkte. Im Saldo rechnen deutlich mehr Betriebe im internationalen Geschäft mit rückläufigen Umsätzen. Der Inlandsmarkt soll sich hingegen stabil mit leicht positiven Vorzeichen entwickeln. Die Investitionen der Kulmbacher Wirtschaft sollen in den kommenden Monaten im Saldo konstant bleiben. Damit gibt die Investitionsneigung im Vergleich zur Neujahrsumfrage nach, und vor allem der Anteil der befragten Betriebe, die keine Investitionen tätigen wollen, steigt an. Die Beschäftigtenplanungen bekommen etwas Aufwind, und mehr Unternehmen planen, ihren Personalbestand zu erhöhen.

Insgesamt ergibt die IHK-Konjunkturumfrage ein unterschiedliches Bild der wirtschaftlichen Lage in den Teilregionen. "Die Indices in den acht IHK-Gremien umfassen in der aktuellen Umfrage eine große Spannweite und liegen zwischen 86 und 120 Punkten. Das zeigt, wie ungleich die derzeitigen Herausforderungen auf die Wirtschaft vor Ort wirken", so IHK-Konjunkturreferent Malte Tiedemann. red