Burgkunstadt — Die Terroranschläge von Paris bewegen Menschen in der ganzen Welt - natürlich auch Kinder und Jugendliche. Deshalb gingen Lehrer nach der gestrigen Schweigeminute nicht einfach zur Tagesordnung über, sondern widmeten sich dem aktuellen Thema und standen als Gesprächspartner zur Verfügung. Am Gymnasium Burgkunstadt beispielsweise liegt ein Kondolenzbuch aus, in das man sich eintragen und damit seine Anteilnahme und Trauer ausdrücken kann. Diese Möglichkeit hatte die Schule auch schon bei zurückliegenden betroffen machenden Ereignissen angeboten, etwa beim Unfalltod eines Schülers. Schüler und Lehrer hätten sich bereits eingetragen; man überlege, das Buch an die französische Botschaft weiterzugeben, sagt Schulleiter Thomas Meier.


"Was passiert da in dieser Welt?"

Man spüre, dass die Schüler nach den Ereignissen vom Wochenende verunsichert sind, sich fragen, was passiert da in dieser Welt? Und darauf werde eingegangen. "Wir haben ja nicht nur den Auftrag, Wissen zu vermitteln, sondern auch einen Bildungsauftrag", betont Winfred Bogdahn, der Deutsch und Geschichte am Burgkunstadter Gymnasium unterrichtet. Deshalb gehört es für ihn dazu, sich in den Klassen mit dem zu beschäftigen, was in der Welt vor sich geht.


Schon die Jüngsten fragen

Schon die Jüngsten, die Fünftklässler, hätten von sich aus das Gespräch gesucht. Ein Junge erzählte, dass er in den Ferien in Paris gewesen sei. "Die Kinder sind betroffen und verunsichert", stellt Bogdahn fest. "Sie fragen: Kann das auch bei uns passieren?" Da verhalte man sich als Lehrer am besten so, wie man es auch als Vater tun würde: versuchen, die Angst zu nehmen und Fragen beantworten.
Dass Menschen einander respektvoll begegnen, ist am Gymnasium Burgkunstadt ein Daueranliegen. Als "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" gibt es eine entsprechende Selbstverpflichtung. pp