Zu einem Bekenntnis für das weltweite Werk und für die örtliche Kolpingfamilie gestaltete sich die Feier des diesjährigen Kolpinggedenktages, an dem zugleich an die Seligsprechung Adolph Kolpings vor 25 Jahren durch Papst Johannes Paul II. und 50 Jahre Frauen bei Kolping erinnert wurde. Der Tag war aber auch der würdige Rahmen für die Auszeichnung treuer Mitglieder.
An den Anfang der anstehenden Ehrungen stellte der Vorsitzende Wolfgang Burgis das Kolping-Zitat "Anfangen ist oft das Schwerste, Treubleiben aber das Beste!" Letzteres hätten die Jubilare über Jahrzehnte beispielhaft vorgelebt. Präses Heinz Oberle dankte für das Engagement und den Mut, sich über so eine lange Zeit zu Kolping und seinem Werk zu bekennen. Während Brigitte Datscheg, Cornelia und Jürgen Schneider auf eine 25-jährige Mitgliedschaft zurückblicken können, sind Rudolf Dresel, Werner Hallschmid, Karlheinz Kuhn, Clemens Markert und Norbert Seiler bereits seit 60 Jahren in der Kolpingsfamilie. Heiner Hornung gehört dem Verband schon 70 Jahre an. Burgis und Oberle überreichten Ehrenurkunden, Ehrennadeln und kleine Präsente.
Besonders erfreulich an diesem Kolpinggedenktag war, dass zwei neue Mitglieder aufgenommen werden konnten. Die beiden, so die Zweite Vorsitzende, Monika Flanse, die die Aufnahme vollzog, seien aufgehoben in einer familiären Gemeinschaft und übernehmen Verantwortung für sich und für andere.
Zwischen Geburtstag des seligen Adolph Kolping am 8. Dezember und seinem Todestag bzw. liturgischen Gedenktag erinnern bundesweit 2500 Kolpingsfamilien sowie weltweit etwa eine halbe Million Mitglieder in 61 Ländern an ihren Gründer. Der Kolpinggedenktag gehört zum festen Bestandteil der jährlichen Veranstaltungen der Kolpingsfamilie Bamberg. Die Festansprache zum Thema 50 Jahre Frauen im Kolpingwerk hielt diesmal der oberste Vertreter des Kolpingwerkes in Bayern, Landespräses Msgr. Christoph Huber aus München.
120 Jahre lang war Kolping ein Männerverein. Es gab aber immer wieder Öffnungen bei der Mitgliedschaft. Kolping hatte ein klares Zielpublikum, die Handwerksgesellen. Später kam die erste Öffnung auf alle Berufe und jedes Alter. Dann die Aufnahme der Frauen, hin zur Kolpingsfamilie und zur familienhaften Gemeinschaft. Ebenso die Öffnung in die Welt. Ohne diese Entwicklungen gäbe es das Kolpingwerk nicht mehr. "Darauf können wir stolz sein. Das Kolpingwerk und seine Mitglieder waren immer wieder fähig, sich zu wandeln."
"50 Jahre Frauen bei Kolping" beschreibt aber die Wirklichkeit nicht", so Huber. "Richtig ist, dass seit 50 Jahren Frauen offiziell Mitglieder bei Kolping sein können. Auch schon vorher haben sich Frauen am Leben von verschiedenen Kolpingeinheiten beteiligt."
Adolph Kolping wurde 1991 von Papst Johannes Paul II. zur Ehre der Altäre erhoben. Beim Kolpinggedenktag-Gottesdienst erinnerte sich die Kolpingsfamilie in diesem Jahr an das große Ereignis vor 25 Jahren. Bei der Seligsprechung Kolpings hatte der Papst herausgestellt, dass den Kolpingsmitgliedern ein Erbe anvertraut wurde, dass sie an kommende Generationen weitergeben sollen. Bis heute sei es wichtig, einander beizustehen und füreinander da zu sein.
Das Kolpingwerk Deutschland führt alljährlich - erstmals in diesem Jahr - eine bundesweite Schuh-Sammelaktion zugunsten des Aufbaus des Stiftungskapitals der Internationalen Adolph-Kolping-Stiftung durch. Anlass war die ermutigende Aktion während des Kolpingtages 2015, bei der in Köln 25 000 Paar Schuhe gespendet wurden. Im Andenken an Adolph Kolping, der gelernter Schuhmacher war, waren sowohl die Teilnehmenden des Kolpingtages als auch die Kölner Bürger aufgerufen, Schuhe zu spenden. Die Aktion steht unter dem Motto "Mein Schuh tut gut!". Der frühere Papst Benedikt XVI. ging seinerzeit mit gutem Beispiel voran - genauer gesagt: seine Schuhe. Um dieses Sozialprojekt des Kolpingwerks zu unterstützen, hat er ein Paar seiner berühmten roten Lederslipper gespendet. Damit war das hochwürdige Schuhwerk Teil der Benefizaktion. Es war beeindruckend, was allein an diesem Gedenktag die Mitglieder an Schuhen zum Kolpinghaus mitgebracht haben. Mehr als 200 Paar Schuhe konnten nach Köln verschickt werden. Josef Wachtler