Christiane reuther

Um dem Wohnungsmangel entgegenzuwirken, beabsichtigt die Gemeinde Knetzgau, in der Stammgemeinde eine Baumöglichkeit für ein Mehrfamilienhaus mit neun Wohnungen zu schaffen. Die vorgesehene Fläche ist im Bebauungsplan "An der Klinge" als Grünfläche ausgewiesen. Für die Bebauung ist es notwendig, den Bebauungsplan zu ändern. Dies war Gegenstand der Gemeinderatssitzung am Montagabend.
Eine Änderung kann im beschleunigten Verfahren vorgenommen und die entfallene Grünfläche durch Entnahme aus dem gemeindlichen Ökokonto ausgeglichen werden. Eine Anpassung des Flächennutzungsplanes erfolgt zu einem späteren Zeitpunkt. Mit zwei Gegenstimmen votierte das Gremium in der Sitzung für Änderung des Bebauungsplans.
Doch zuvor hatte Gemeinderätin Barbara Hein (CSU) beantragt, diesen Punkt auf eine der nächsten Sitzungen zu vertagen. Ihrer Meinung nach ist die Entscheidung weitreichend, weshalb die Anwesenheit des kompletten Gremiums wünschenswert wäre. Dieses Ansinnen wurde mit 14 zu zwei Stimmen abgelehnt.
Beim anschließenden Meinungsaustausch erinnerte Zweiter Bürgermeister Bernhard Jilke (FDP/FB) an die Diskussion im Gremium beim Erwerb von Wohnraum für Asylsuchende. Schon seinerzeit sei die Frage aufgetaucht, wie auch Wohnraum für allein stehende und ältere Gemeindebürger geschaffen werden könne. Eine Vertagung der Entscheidung ist seiner Meinung nach nicht sinnvoll. Es habe genügend Zeit gegeben, sich mit der Thematik zu beschäftigen. Außerdem erfolgte bereits eine grundsätzliche Zustimmung zur Einleitung weiterer Schritte in der vorherigen Sitzung, wie Udo Vogt (FDP/FB) ergänzte. Auch Robert Beetz (CWG) plädierte für die Änderung des Bebauungsplans, da seiner Meinung nach der Mangel für bezahlbaren Wohnraum in Knetzgau erkennbar ist.
Konrad Pfister (CWG) sprach sich gegen eine Änderung des Bebauungsplanes aus, "die dem Bürger sauer aufstoßen könnte". Er befürchtet Bezugsfälle wegen Verwendung einer Grünfläche.    Mark Zehe (CSU) äußerte sich, dass unabhängig von der Betreiberfrage die baulichen Voraussetzungen durch die Änderung des Bebauungsplanes zum jetzigen Zeitpunkt geschaffen werden könnten. Stefan Seubert (CSU) empfahl, den Grünstreifen mit Bäumen im bestehenden Bebauungsplan wieder in die Bauleitplanung aufzunehmen.


Staatliche Hilfe

Wie Bürgermeister Stefan Paulus (CWG, SPD) auf Nachfrage erklärte, ist für das Bauprojekt eine umfangreiche staatliche Unterstützung mit einem Zuschuss in Höhe von 30 Prozent der Baukosten zugesichert. Außerdem könne man für 60 Prozent der Baukosten bei 30 Jahre Zinsfristbindung ein Darlehen für knapp ein Prozent aufnehmen. Für die Wohnberechtigung ist man laut Bürgermeister gebunden, da die Vergabe an Mietwohnungen nicht frei ist: "Es wird an Personen mit geringem Einkommen vermietet." Die Gemeinde sei an die Mietsätze gebunden, die vom Jobcenter für Hartz-IV-Empfänger gewährt werden. Nach Ablauf der Bindungswirkung von 20 Jahren sei die Gemeinde an keine Auflagen mehr gebunden.
Für das weitere Vorgehen wird ein Planungsbüro beauftragt und ein Förderantrag an die Regierung von Unterfranken gestellt. In dem Zusammenhang dankte Paulus der Regierung in Würzburg für die gute Zusammenarbeit und Beratung.