Die Abteilung für Allgemeinchirurgie des Klinikums Forchheim-Fränkische Schweiz hat erfolgreich die Aufnahme in das Deutsche Schilddrüsenzentrum beantragt. Dies ist eine Informationsplattform rund um die Schilddrüse und deren Behandlungsmöglichkeiten, die Ärzte und Kliniken mit überdurchschnittlicher Expertise auf diesem Gebiet vereint. Jetzt ist das Klinikum eines von 93 geprüften Schilddrüsenzentren in Deutschland.

Die Anforderungen an die Schilddrüsenchirurgie für eine Mitgliedschaft sind unter anderem ein intraoperatives Neuromonitoring bei allen Schilddrüsenoperationen und die Möglichkeit zum pathologischen Schnellschnitt. Die Behandlungsergebnisse des Klinikums werden in einem Register erfasst, sind dadurch vergleichbar mit den Resultaten anderer spezialisierter Kliniken.

Ursache und Behandlung

Das Wort Kropf bezeichnet eine vergrößerte Schilddrüse. Massive Vergrößerungen, wie man sie von früher kennt, sind heute nur noch selten anzutreffen, denn die meisten Knoten, die die Schwellung verursachen, werden bei gesundheitlichen Checkups des Hausarztes, der die Schilddrüse mit Ultraschall untersucht, bemerkt. Das Organ im vorderen Halsbereich erfüllt zahlreiche Aufgaben im Körper. Schilddrüsenhormone beeinflussen Stoffwechsel, Kreislauf, Wachstum und Psyche. Die schmetterlingsförmige Drüse unterhalb des Kehlkopfes benötigt Jod für die Produktion dieser Hormone. Ein Mangel des Spurenelements kann zur Entstehung von Knoten in der Schilddrüse führen, bei Frauen häufiger als bei Männern. Die Erkrankungen sind häufig, weil weite Teile Deutschlands zu Jodmangelgebieten zählen, auch der Landkreis Forchheim.

Seit dem 1. September behandelt Oberarzt Dieter Regnet in Ergänzung des Teams der Klinik für Allgemeinchirurgie Schilddrüsenerkrankungen am Klinikum Forchheim. Er kommt aus dem Theresienkrankenhaus Nürnberg. Dort werden 150 bis 200 Schilddrüsenoperationen pro Jahr durchgeführt. Dieter Regnet erläutert: "Schilddrüsenknoten nehmen mit zunehmendem Alter zu. Fast jeder zweite Mensch ab 60 Jahren ist davon betroffen." Regnet stammt aus der Hersbrucker Schweiz. Er leistete 1983 im Kreiskrankenhaus von Hersbruck seinen Zivildienst. Anschließend absolvierte er 1984 eine Ausbildung zum Krankenpfleger am Schwabinger Krankenhaus in München. Mit Abitur auf dem zweiten Bildungsweg studierte er ab 1992 Humanmedizin an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen. Im Nürnberger Theresienkrankenhaus machte er die Prüfung zum Facharzt für Chirurgie. Es folgte 2008 eine Station als Funktionsoberarzt in Ansbach. Als Oberarzt kehrte er 2009 zum Theresienkrankenhaus zurück. Er ist verheiratet, hat einen Sohn im Teenageralter und wohnt in Heroldsberg (Kreis Erlangen-Höchstadt). red