Das Klinikum Kulmbach ist ab sofort akademisches Lehrkrankenhaus innerhalb des neuen bayerischen Ausbildungsprogramms für künftige Landärzte in Nordbayern. Gesundheitsministerin Melanie Huml hat in Scheßlitz bekanntgegeben, dass die Krankenhausstandorte Kulmbach und Stadtsteinach zu einer von vier Regionen gehören, die an dem Programm "Beste Landpartie Allgemeinmedizin" teilnehmen, das eine Brücke zwischen Medizinerausbildung und Landarztpraxis darstellen wird.

"Für uns ist dieses Programm mit seinen wirklich interessanten Angeboten für angehende Ärzte sehr wichtig. Mit der Förderung und der Stipendien können wir einen wesentlichen Teil dazu beitragen, die ärztliche Versorgung auf dem Land auch zukünftig zu sichern", erklärt die Geschäftsführerin des Klinikums, Brigitte Angermann.

Seit März 2018 laufen inKulmbach bereits die Vorbereitungen zum Start dieses Programms, das der Freistaat für die kommenden vier Jahre mit Fördermitteln in Höhe von 2,3 Millionen Euro ausgestattet hat.

Volker Seitter als Vertreter der Kulmbacher Allgemeinärzte, Thomas Banse als Koordinator für den Bereich Allgemeinmedizin am Klinikum Kulmbach sowie Geschäftsführerin Brigitte Angermann haben die nötigen Vorkehrungen getroffen, damit auch Kulmbach, aufbauend auf dem Ausbildungskonzept "Allgemeinmedizin Dillingen", an der Landarzt-Initiative teilnehmen kann.

Jetzt steht auch in Kulmbach und Stadtsteinach das Konzept für die unterstützende Ausbildung junger Landärztinnen und Landärzte ("Beste Landpartie Allgemeinmedizin", kurz "Bela"-Programm), das fundierte Ausbildung für die angehenden Fachärzte für Allgemeinmedizin garantiert und gleichzeitig Studierende ab dem fünften Semester konsequent unterstützt.

Praxisorientiert

Mit einer praxisorientierten hochwertigen Ausbildung und einem Stipendium von 600 Euro monatlich sollen interessierte angehende Ärzte an die Allgemeinmedizin herangeführt und eine langfristige Bindung an die ländliche Region über das Studium hinaus erreicht werden.

Das Stipendium erhält nur, wer sich verpflichtet, nach Abschluss des Studiums seine Facharztweiterbildung für Allgemeinmedizin im Weiterbildungsverbund der Region zu absolvieren, in der auch die studentische Ausbildung erfolgt ist. In der Region Kulmbach/Stadtsteinach findet diese Ausbildung am Klinikum, in der Fachklinik Stadtsteinach und in Hausarztpraxen statt, die an diesem Programm ebenfalls teilnehmen.

"Wir spüren den Ärztemangel bereits", macht der Kulmbacher Landrat Klaus Peter Söllner deutlich. Deswegen sei dieses Programm eine echte Hilfe für den ländlichen Raum. Dank "Bela" könnten die Studierenden schon an der Uni mit Krankenhäusern und Praxen in der Region zusammenarbeiten. "Das ist ein Schritt in die richtige Richtung."

Auch der Kulmbacher Oberbürgermeister Henry Schramm sieht die jetzt eingeschlagene Richtung als zielführend an. "Die Altersstruktur der Hausärzte in Bayern ist so, dass viele kurz vor dem Ruhestand stehen. Wir müssen jungen Leuten Anreize bieten, Praxen zu übernehmen."

Stipendien können laut Schramm sehr hilfreich sein. "Das Klinikum Kulmbach geht diesen Weg bereits seit Jahren mit einem ähnlichen Stipendiatenprogramm."

"Wir versprechen uns viel von dieser Initiative", sagt Brigitte Angermann. Die mehrjährige Ausbildung schaffe eine emotionale Verankerung der Studierenden in der Region und biete die Chance, sich bereits während der Ausbildung zu vernetzten und damit die Menschen und die Möglichkeiten kennenzulernen, die die Region bietet. Das praktische Jahr können die Studierenden laut Brigitte Angermann zu zwei Dritteln im Klinikum und zu einem Drittel in Hausarztpraxen absolvieren.

Das Programm ist am 1. Oktober gestartet. red