Einigermaßen zufrieden zeigte sich die Geschäftsführung der Waldbesitzervereinigung (WBV) Erlangen-Höchstadt bei der sehr gut besuchten Jahresversammlung in der Großenseebacher Mehrzweckhalle.
Allerdings verhehlten sowohl Vorsitzender Friedrich Brehm und Geschäftsführer Thomas Speth auch nicht, dass die Zukunft möglicherweise nicht mehr so ganz rosig aussehen könnte. Darauf wiesen auch Carl von Butler von der WBV Bayern und Forstdirektor Georg Dumpert hin. So stelle der Klimawandel den Wald und seine Besitzer vor neue Herausforderungen und auch der Wildverbiss mache zu schaffen.
In der WBV sind 1146 Waldbesitzer mit 9 323 Hektar Waldfläche organisiert und wie Speth erklärte, bewegte sich der Holzeinschlag im Jahr 2015 mit 22 900 Festmetern im Mittel der letzten Jahre, ebenso die Holzpreise.
Bedingt durch den heißen Sommer des letzten Jahres erfolgten nahezu keine Neupflanzungen, die auch künftig dem Waldumbau dienen sollen, denn im letzten Jahr fehlten pro Quadratmeter 100 Liter Regen. Die Folgen sind teils schon jetzt bei den Kiefern sichtbar und werden bei der Fichte noch folgen. Deshalb wurde den Waldbesitzern ans Herz gelegt, den Wald zu beobachten und geschädigte Bäume zu entfernen.


Gastvortrag zu Wildschäden

Schon in den letzten Jahren wurden bei Pflanzungen und bei der Verjüngung dem Klimawandel Rechnung getragen, allerdings auch zum Gefallen des Wildes. Die Wildschadenproblematik machte Armin Heidingsfelder, Geschäftsführer der Forstwirtschaftlichen Vereinigung Mittelfrankens, auch zum Thema seines Gastvortrages. Nach seinen Aussagen müssten in einigen Revieren die Abschusszahlen erhöht werden, aber auch die Pflanzungen vor Wildverbiss geschützt werden. Mit einer Präsentation verdeutlichte der Referent die Folgeschäden des Wildverbisses und das dadurch gehandicapte weitere Wachstum der jungen Bäume.


Wichtiger Wirtschaftsfaktor

Zum Bundeswaldgesetz nahm Carl von Butler Stellung. In diesem Zusammenhang sprach sich Butler gegen die Erdverkabelung der geplanten Stromtrassen durch die Wälder aus.
Dass der Wald nicht nur der Erholung diene, sondern auch ein wichtiger Wirtschaftsfaktor sei und Arbeitsplätze sichere, erklärte Staatssekretär Stefan Müller in seinem Grußwort. Er erzählte von Beratungen zur Änderung des Waldgesetzes, die aber den Bundestag noch nicht erreicht haben.
Die SPD-Landtagsabgeordnete Gabi Schmidt warnte vor einer Novellierung des Waldgesetzes und forderte, das Eigentum zu schützen. Den Wald als Klimaschützer stellen stellvertretender Landrat Christian Pech und die Bezirkstagsabgeordnete Ute Salzner in den Vordergrund. Richard Sänger