Erholt von dem "Tiefschlag" bei den Kommunalwahlen 2014 zeigten sich die Freien Wähler "Bürgerblock" Seßlach in der Gleismuthhausener Vereinshalle. Stolz verwies Vorsitzender Maximilian Neeb auf die Impulse vom FW-Sommerfest: "Vor Ort haben wir den Startschuss für die Sanierung des Schwimmbads und der Freizeitanlage Autenhausen gegeben." Und: Mit rund hundert Mitgliedern stelle der Bürgerblock die größte politische Vereinigung im Stadtgebiet.
"Wir versuchen durch sachliche und konstruktive Beiträge die Entscheidungen im Interesse der Bevölkerung zu beeinflussen", sagte Gudrun Jöchner. An den Abstimmungsergebnissen ließe sich ablesen, dass dies nicht immer gelinge. Wie beim Thema Windkraft: "Obwohl die Messungen auf der Watzendorfer Höhe ein überraschend gutes Ergebnis lieferten, werden wir hier auf Granit beißen." Dabei wären gerade die drei ursprünglich auf Seßlacher Gebiet vorgesehenen Windräder die wirtschaftlichsten, fügte Berthold Borczyk hinzu. Bezahlbare Energie in Bürgerhand sei ein Standortvorteil. Uwe Siegel zeigte sich überrascht, dass der Stadtrat mehrheitlich die Windräder ablehnt, aber ohne Widerspruch 20 Hektar landwirtschaftlicher Fläche für einen neuen Solarpark "platt mache".
Wichtig für die Arbeit im Stadtrat sei es, an den Bürgerversammlungen teilzunehmen, sagte Jöchner: "Da erfahre ich aus erster Hand, was die Bürger bewegt."
Deutliche Worte fand FW-Kreisvorsitzender Christian Gunsenheimer beim Thema Flüchtlinge: "Wir müssen und wir werden den Menschen helfen, die zu uns kommen." Die Frage sei nicht ob, sondern wie diese Herausforderung zu meistern sei. Im Hinblick auf die Wahlen 2020 gelte es rechtzeitig die Weichen zu stellen, sagte Gunsenheimer. Mit den Worten "Niemand macht mir weniger Sorgen als Seßlach" attestierte er dem Bürgerblock eine "Vorbildfunktion". Bettina Knauth