Mit vereinten Kräften etwas entstehen lassen und anschließend Teil des gelungenen Werkes gewesen zu sein: Das gibt einem Kind sehr viel. Wenn künftig von der Neugestaltung des Barfußpfades an der Pater-Lunkenbein-Schule die Rede sein wird, können Michelle, Alina, Ben, Philipp und all die anderen der insgesamt 19 beteiligten Jungen und Mädchen genau dies von sich behaupten.

Es gab schon einmal hinter der Schule einen Barfußpfad, doch diesem hatte der Zahn der Zeit arg zugesetzt. So entschied man sich für eine Neugestaltung. Die Idee der Marktgemeinde, hieraus eine Kinderferienaktion werden zu lassen, kam bei den jungen Baumeistern hervorragend an. Die Kinder waren Feuer und Flamme, als es darum ging, für die Neuanlage Laub zu sammeln und zu verteilen oder mit kleinen Schubkarren beim Transport von Sägespänen und Kies zu helfen. Ebenso bereitete es ihnen großes Vergnügen, den Rindenmulch durch fröhliches Darauf-Herumhopsen festzutrampeln.

"Das macht ihr wirklich super", lobten die Bauhofmitarbeiter, die die Sicherheit der Kinder penibel gewährleisteten, als Holzscheiben von Kirschbaum und Pappel per Akkuschrauber befestigt wurden. Nicht nur die Technikfans fanden dies "cool". Split, Stroh und Flusssand wurden als weitere Bestandteile verwendet.

Pflaster wurde wiederverwendet

Als einziges Überbleibsel des Vorgänger-Pfades fand übrigens das zu diesem Zwecke gesäuberte Pflasterstein-Segment Wiederverwendung. Nicht zweimal fragen mussten die Bauhofmitarbeiter, ob sich die kleinen Handwerker auf den Holzscheiben verewigen wollen. Und so wurden die Eddingstifte gezückt. Wohlweislich waren im Vorfeld genügend Holzscheiben besorgt worden, so dass die Kinder sich auch eine als Erinnerung mit nach Hause nehmen konnten. Die Bauhofmitarbeiter gestalteten die Aktion auch unterhaltsam, erklärten, wie Flusssand und Kies durch die Kräfte der Natur entstehen. Und wenn bei der Anlieferung des Split das Abkippen nicht klappte und die Hälfte statt auf dem Barfußpfad-Feld daneben auf dem Rasen landete, nahm man so ein Malheur einfach mit Humor.

Ein "hautnahes" Erlebnis

Nach kurzweiligen knapp zwei Stunden konnte sich das Ergebnis sehen lassen - fertig war der neue Barfußpfad. Und der musste auch gleich "eingeweiht", sprich getestet werden. Mit sichtlichem Vergnügen zogen die Jungen und Mädchen ihre Schuhe aus und liefen über Sand, Sägespäne und Stroh. Und das nicht nur ein- oder zweimal, sondern sie nahmen sich ausgiebig Zeit für dieses im Wortsinne "hautnahe" Erlebnis. Und wer dabei auch noch die Augen schloss, erlebte das Ganze noch ein Stück intensiver. Gerade in Zeiten des Sich-Berieseln-Lassens durch Fernsehen und Internet darf die Freude am echten Aktivsein nicht verkümmern, gibt sie doch unserem Dasein erst so richtig Sinn. Da können Youtube und Kinderkanal nicht ansatzweise mithalten.