Große Resonanz bei Germanisten und Kunsthistorikern fand eine Fachtagung in den Kunstsammlungen der Veste Coburg.
Wissenschaftler aus Deutschland, England, Italien, den Niederlanden und der Schweiz beschäftigten sich auf Einladung des Coburger Kupferstichkabinetts mit dem Thema "Kleine Bilder, große Wirkung. Holbeins Bilder des Todes und ihre Rezeption". Zu den Referenten zählte auch Bernd Lindemann, der bis vor wenigen Monaten die Berliner Gemäldegalerie und Skulpturensammlung leitete.
Ausgehend von der von Hans Holbein d. J. geschaffenen Holzschnittfolge "Bilder des Todes" beschäftigten sich die Teilnehmer mit deren Rezeption von der Mitte des 16. Jahrhunderts bis ins frühe 20. Jahrhundert. Es waren Künstler wie Heinrich Aldegrever, Peter Paul Rubens und Wenzel Hollar, die sich in eigenen Werken an Holbein orientierten.
Die Vorträge und die anschließenden Diskussionen verdeutlichten, dass die entstandenen Reproduktionen nicht als bloße Kopien bezeichnet werden können. Die Reproduktionen überführen den Zyklus in andere Techniken und Materialien und gewinnen damit eigene ästhetische Qualitäten. Gleichzeitig ergänzen sie Althergebrachtes durch aktuelle, innovative Szenen. Darüber hinaus wurde mehrfach betont, dass die hinter der Entstehung stehende Intention eine angemessene Würdigung verdient.
Für Stefanie Knöll, Leiterin des Kupferstichkabinetts der Coburger Kunstsammlungen, ist dies ein Ansporn: "Der Erfolg der Tagung zeigt, welche Bedeutung der Forschung an Museen zukommt. Auch im kommenden Jahr möchten wir mit einer Tagung hochkarätige Fachwissenschaftler nach Coburg locken. Und natürlich sind alle Interessierten wieder herzlich dazu eingeladen!" ct