Der Garten vor Schloss Oberlangenstadt im Landkreis Kronach. Sonnenschein und 40 Grad. Etwa 60 Partygäste. Vier junge Mädchen auf einer Bühne. Rotglitzernde Kostüme, jeweils ein Grinsen im Gesicht - Tanz und Gesang: "Wir sind füreinander da - denn allein allein, sind wir oft zu klein." Die ausgelassene Stimmung scheint anzustecken. Plötzlich wippen auch die Gäste im Rhythmus der Musik. Heben ihre Arme, klatschen in die Hände – beginnen zu tanzen.

Mitten im Getümmel: Dany Rüger und einige ihrer Schüler. Die Bambergerin leitet die Tanzschule Body & Soul und nahm mit einigen Nachwuchstänzern und deren Eltern an den Dreharbeiten zum neuen Disney-Film "Vier zauberhafte Schwestern" teil. "Es war schon anstrengend, hat aber total Spaß gemacht", sagt die gebürtige Speyerin.

Sie war 25 Jahre lang Choreographin am E.T.A-Hoffmann-Theater und weiß, was Professionalität bedeutet: "So ein Tag erfordert unglaublich viel Disziplin von dir. Das Schrittmaterial war nicht sonderlich schwierig – gerade dann musst du aber unglaublich präsent und ausdrucksstark tanzen." Über zehn Stunden war sie mit ihrer Gruppe vor Ort - auch einige Eltern waren am Set.

Für die kurzen Szenenausschnitte, bei denen sie im Hintergrund zu sehen sind, mussten die Bamberger die Tanzschritte am Drehtag Klappe für Klappe wiederholen. "Bei einem Auftritt gehst du raus und es knallt. Bei unserem Drehtag mussten wir die Choreo noch und nöcher machen. Da die Lust zu behalten, ist gar nicht so einfach", sagt Rüger, die Pädagogik studiert hat.

Verblüffende Ähnlichkeit

Gar vier Drehtage – in Deutschland und Österreich – hatte Katharina Siegl. Die 15-Jährige nahm bereits im Kindergartenalter Tanzunterricht und ist nun in der Hip-Hop-Gruppe von Body & Soul. Nachdem sie sich als Komparsin beworben hatte, hätten die Verantwortlichen ihre Ähnlichkeit mit Hauptdarstellerin Laila Padotzke bemerkt und sie schließlich als Double engagiert. "Es hat großen Spaß gemacht. Man hat gemerkt, dass man Disziplin und Konzentration braucht", sagt Siegl, die öfter für Padotzke einsprang, wenn deren Figur "Flame" nur am Rand zu sehen war. Auf der Filmpremiere kam es zum Wiedersehen mit den Schauspielern: "Die haben auch privat eine wahnsinnige Ausstrahlung."

Ausstrahlung hat auch Lilli Rost. Die Zwölfjährige tanzt seit sieben Jahren und fand den Drehtag spannend: "Das war schon cool, mal bei so etwas dabei zu sein. Am Anfang war ich ein bisschen aufgeregt, dann habe ich mich aber schnell an alles gewöhnt."

Für ähnliche Projekte könne sich die Schülerin der Maria-Ward-Realschule auf jeden Fall begeistern. In einem Tanztutorial zum Film auf dem Youtube-Kanal von Disney Deutschland ist sie gemeinsam mit dem Choreographen Selatin Kara zu sehen. Der konzipierte alle Tanzszenen für den Film und wird am 2. Februar bei Body & Soul einen Workshop anbieten. Er und Rüger stehen in engem Kontakt: Durch seine Vermittlung hatten die Bamberger schon den einen oder anderen Gastauftritt in Filmproduktionen. So war beispielsweise ein Profitänzer aus ihrer Schule beim Film "Rock it" zu sehen. "Das zeigt, dass wir hier Tänzer auf internationalem Niveau haben", sagt Rüger und ist sichtlich stolz.

Stolz ist sie auch auf ihre Nachwuchstänzer: "Ich hab' echt coole Hip-Hop-Kids." Mit denen war sie kürzlich in der Kinovorführung von "Vier zauberhafte Schwestern". Ihren Schülern habe der Film gefallen – besonders die Tanzszene im Garten:" Die haben gejohlt im Kino – das war schon eine schöne Sache."