von unserem Redaktionsmitglied 
Alexander Hartmann

Bayreuth/Thurnau — Die Freude bei den Windkraft-Befürwortern ist groß: Das Verwaltungsgericht Bayreuth hat die Klagen von drei Privatpersonen gegen die vom Landratsamt erteilte immissionsschutzrechtliche Genehmigung für den Windpark Alladorf/Kleetzhöfe abgewiesen. Projektentwickler NewEn Projects GmbH will das 50-Millionen-Euro-Projekt nun zeitnah realisieren, wie Geschäftsführer Arne Henn betont.

Projektstart im Frühjahr

"Der Baubeginn ist für das Frühjahr festgelegt, denn der Windpark soll ja schon Ende 2015 fertiggestellt sein", sagt Henn. Mit einem gewissen Risiko sind die Pläne allerdings noch behaftet. Wie Rechtsanwalt Stefan Kollerer, der zwei Kläger vertritt, erklärt, werde man mit hoher Wahrscheinlichkeit die Zulassung einer Berufung beantragen. "Es sind einige interessante Rechtsfragen zu klären, nicht nur was die 10H-Regelung betrifft. Es geht auch um den Schwarzstorch", sagt der Jurist, der aber erst einmal die schriftliche Urteilsbegründung abwarten will. Wie Arne Henn mitteilt, werden auch der Anwalt von NewEn und eine Genossenschaftsbank aus Schleswig-Holstein, die Betreiber des Windparks Alladorf/Kleetzhöfe werden soll, das Urteil eingehend beleuchten und dann die weitere Vorgehensweise besprechen.

Henn: Altes Recht gilt

Henn glaubt aber nicht, dass die Kläger mit einer Berufung Erfolg haben würden. "In höherer Instanz sitzen Richter, die Spezialisten in Sachen Windkraft sind und das Bayreuther Urteil bestätigen werden." Dass die 10H-Regelung Anwendung finden müsse, stimme nicht. "Für Thurnau gilt noch altes Recht."
Dass das Genehmigungsverfahren rechtens abgelaufen sei, stellt Jurist Philipp Hetzel vom Kulmbacher Landratsamt fest. "Wir sind weder auf der Seite der Windkraft-Gegner, noch auf der der Windkraft-Befürworter. Wir sind eine neutrale Genehmigungsbehörde und machen eine ordentliche Arbeit. Das hat uns das Urteil des Verwaltungsgerichts bestätigt."