Coburg — Abgewiesen hat gestern Vormittag das Verwaltungsgericht Bayreuth die Klage eines derzeit in Coburg wohnhaften 31-jährigen Marokkaners gegen die Stadt Coburg. Diese hatte den Antrag des Mannes auf Verlängerung seiner Aufenthaltserlaubnis abgelehnt, so dass ihm nun die Abschiebung droht.
Der Kläger war 2007 erstmals ins Bundesgebiet eingereist und hatte ab 2009 an der Fachhochschule Coburg Maschinenbau studiert, anschließend - vom Wintersemester 2012 bis zum Sommersemester 2014 - Automobiltechnik. Seit 1. Oktober 2014 ist er für Elektrotechnik eingeschrieben.
Am 11. Oktober 2010 heiratete der Marokkaner eine Deutsche und erhielt daraufhin statt der bisherigen Aufenthaltserlaubnis zum Studium eine bis 28. September 2014 gültige Aufenthaltserlaubnis zum Ehegattennachzug zu einer Deutschen. Die Ehe scheiterte jedoch im Jahr 2013, das Scheidungsverfahren läuft.
Im Oktober 2014 lehnte die Stadt Coburg seinen Antrag auf Verlängerung seiner Aufenthaltserlaubnis ab. Da die eheliche Lebensgemeinschaft nicht mehr bestehe, argumentierte die Stadt, könne die Aufenthaltserlaubnis zu diesem Zweck nicht mehr verlängert werden.
Auch die im Aufenthaltsgesetz vorgesehene einjährige Verlängerung nach dreijährigem Bestand der Lebensgemeinschaft scheide aus, weil sich die Eheleute schon vor dem 11. Oktober 2013 getrennt hätten. Eine neue Aufenthaltserlaubnis zum Studium der Elektrotechnik könne nicht erteilt werden, weil der Abbruch von zwei Studiengängen darauf hindeute, dass der Kläger nicht ernsthaft beabsichtigt, zu studieren, argumentierte die Stadt weiter.
Dagegen hatte der Kläger vorgebracht, er habe einen Verlängerungsanspruch, weil er sich erst nach mehr als drei Jahren von seiner Frau getrennt habe. Außerdem habe er doch vor, ernsthaft zu studieren. Das Verwaltungsgericht Bayreuth lehnte jedoch die Klage und einen Eilantrag des 31-Jährigen gegen die Abschiebungsandrohung ab.
Wie Vorsitzende Richterin Angelika Janßen auf Anfrage des Coburger Tageblatts erklärte, sei das Gericht der Meinung, dass die Ehezeit des Klägers keine drei Jahre gedauert habe. Somit sei die Frist für eine einjährige Verlängerung der Aufenthaltserlaubnis nicht erreicht.
Auch die Voraussetzung für eine Aufenthaltserlaubnis für ein Studium sei nicht gegeben, sagte Janßen, weil der Kläger in Vollzeit arbeite. sz