Für die Gemeinde Heiligenstadt liegt eine aktuelle Beitragskalkulation für Abwasser mit der neuen Kläranlage vor. Der Geschäftsleiter der Marktgemeinde Heiligenstadt, Rüdiger Schmidt, präsentierte in der Sitzung des Marktgemeinderates die aktuelle Beitragskalkulation für Abwasser mit der neuen Kläranlage für Heiligenstadt und Ortsteile.
Wer sich zukünftig neu an das Abwassersystem anschließt oder beispielsweise ein Dachgeschoss ausbaut, zahlt einmalig 33,79 Euro für das Schmutzwasser pro Quadratmeter Geschossfläche und 2,33 Euro pro Quadratmeter für die Entwässerung seines Grundstücks. Das heißt, für ein neues Grundstück von 1000 Quadratmetern würden 2330 Euro anfallen plus die Kosten für das Schmutzwasser.


Rechenbeispiel

"Hier wird die Geschossfläche betrachtet", erklärte Rüdiger Schmidt. Diese Fläche ist nicht die Wohnfläche eines Hauses. Anders als bei der Wohnfläche wird bei der Geschossfläche von Außenwand zu Außenwand gemessen. Es wird die so gemessene Fläche des Wohnbereichs mit der des Kellers und der Hälfte des Dachgeschosses addiert. Bei einer Geschossfläche von beispielsweise 250 Quadratmetern macht der einmalig anfallende Betrag für das Schmutzwasser 8447,50 Euro aus. Außerdem präsentierte Schmidt die aktuelle Kalkulation der sogenannten "Verbesserungsbeiträge". "Die Baukosten waren mit 4,6 Millionen Euro geplant. Die Kläranlage ist nicht wesentlich teurer gekommen", trug Bürgermeister Helmut Krämer (CSU/Einigkeit) vor. Die Kostensteigerung beläuft sich auf etwa 168 000 Euro. Die Verwaltung hatte einen Verbesserungsbeitrag in Höhe von 11,05 Euro pro Quadratmeter Geschossfläche abgerechnet. Der um 0,53 Euro höhere nachkalkulierte Betrag beläuft sich auf 11,58 Euro.


Neuer Bescheid

Das bedeutet, dass Hausbesitzer einen weiteren Bescheid erhalten. Für ein Haus mit beispielsweise 250 Quadratmetern Geschossfläche werden diese mit 0,53 Euro multipliziert. Der Besitzer müsste in diesem Beispiel noch 132,50 Euro zahlen. "Wir werden heuer keine Bescheide mehr rausschicken. Ich werde auch nicht sagen, wann. Ich lass mich nicht mehr festnageln", sagte Rüdiger Schmidt.
Der Geschäftsleiter erklärte auch, dass die Bürger aus Tiefenpölz und Oberleinleiter einen Bescheid über Herstellungsbeiträge erhalten werden, wenn sie an das Abwassersystem angeschlossen worden sind. "Wichtig ist, dass die Bürger wissen, dass darin der Verbesserungsbeitrag schon enthalten ist", erläuterte Schmidt.
Das Gremium stimmte der Kalkulation zu. Die Kläranlage wird am 27. November in Betrieb genommen. Hierzu wird Belebungsschlamm mit Bakterien aus einer anderen Kläranlage in die Anlage eingesetzt. "Die Kläranlage wird angeimpft", so nannte es Schmidt. Im Frühjahr soll es einen Tag der offenen Tür geben.