Eine neue Beregnungsanlage für die DJK Stadelschwarzach und eine neue Flutlichtanlage für den SC Brünnau – diese beiden Themen sorgten in der jüngsten Ratssitzung in Prichsenstadt für eine kontroverse Diskussion. Die Beregnungsanlage der Sportplätze in Stadelschwarzach, war dem Antrag des Vorsitzenden Hermann Lorey (Zuhörer in der Sitzung) zu entnehmen, ist seit gut 30 Jahren in Betrieb, Ersatzteile würden immer teurer und seien immer schwieriger zu bekommen. Der Kostenvoranschlag beläuft sich auf 10.280 Euro, der Verein beantragt einen Zuschuss über zehn Prozent aus der Sportrücklage.

Diese würde auch gern der SC Brünnau anzapfen, dessen Vorsitzender Herbert Dallner einen Zuschuss für drei LED-Flutlichtmasten (Kosten: 5.000 Euro) an den Rat gerichtet hatte. Man wolle für das regelmäßige Training ab dem Herbst nicht mehr nach Bimbach fahren müssen, so die Begründung.

Heftige Debatte, was genau die Stadt fördern will

Für beide Anträge, so Bürgermeister René Schlehr, seien zwar ausreichende Mittel in der Sportrücklage vorhanden. "Wenn wir die Vereine nicht mehr unterstützen können, haben wir als Stadt versagt", so Schlehr. Und der Wille zur Unterstützung zog sich fraktionsübergreifend durch das ganze Gremium. Dennoch entbrannte eine heftige Debatte darüber, was genau die Stadt fördern will, denn in der Vergangenheit waren ähnliche Anträge wie die Beregnungsanlage abgelehnt worden mit der Begründung, dass nur bauliche Maßnahmen bezuschusst werden. Aber ist eine Beregnungsanlage baulicher Art oder eher doch Unterhalt? An dieser Frage schieden sich im Gremium die Geister.

In seiner Sitzung am 9. September hatte es schon einiges an Debatte gegeben über den Zuschussantrag von 1.250 Euro des TSV Prichsenstadt für eine neue Eingangstür. Das Geld war dann auch genehmigt worden, und Fabian Uhl hatte angeregt, der Sport- und Sozialausschuss möge sich bald des Themas annehmen. Nach der Debatte in der jüngsten Sitzung waren sich alle einig: Der Ausschuss soll so bald wie möglich tagen, denn der SC Brünnau etwa braucht die Flutlichtanlage für das Training ab dem Herbst. Das stufte der Stadtrat auch als bauliche Maßnahme ein.

Kontroverse Diskussion um Zuschuss für Beregnungsanlage

Kontroverser ging es bei der Beregnungsanlage zu. Der Antrag solle abgelehnt werden, befand Fabian Uhl, wegen der Gleichbehandlung: "Wir haben solche Anträge früher abgelehnt, warum sollten wir jetzt zustimmen?" Es sei seinerzeit etwas Ähnliches beantragt worden, so der Bürgermeister. Dann müsse der damalige Antrag des Vereins, sagte Harald Rückert, rückwirkend ebenfalls genehmigt werden, was der Bürgermeister abwies. Man könne aber nicht "früher" mit "heute" vergleichen, brachte sich Alexander Schöpfel ein. "Die Situation der Vereine hat sich von Grund auf geändert", sagte er, "und vor drei Jahren, als es um diese Zuschüsse ging, war ein Großteil von uns noch gar kein Ratsmitglied und hätte damals vielleicht anders entschieden."

2019 hatte der Rat einen Zuschussantrag des SV Kirchschönbach auch deshalb abgelehnt, "weil schon gebaut wurde, als der Antrag kam", sagte Schlehr. Zuschüsse müssten immer vor Beginn einer Maßnahme beantragt werden, schrieb er den Vereinen ins Hausaufgabenheft.

Letztlich war es Werner Hillger, der mit seinem Antrag einen Schlussstrich unter die Debatte ziehen wollte. "Wir sollten einen harten Schnitt machen mit den Zuschüssen und die Ergebnisse des Sport- und Sozialausschusses abwarten", so Hillger, "bis dahin sollten wir die Entscheidung über beide Anträge vertagen." Was der Rat auch mit 13:0 so beschloss.

Denn eine Grundlage für die Kriterien, nach denen die Stadt Zuschüsse an Vereine zahlt, findet sich in keiner Niederschrift, da sie niemals schriftlich fixiert worden war, wie Alfons Saugel auf Nachfrage des Bürgermeisters bestätigte. "Es hatte geheißen: bauliche Maßnahmen ja, Unterhalt nein", sagte er. Wie dieser Richtlinienkatalog als Empfehlung an den Stadtrat aussehen könnte, wird das grundlegende Thema des öffentlich tagenden Sport- und Sozialausschusses sein, zu dem der Bürgermeister zeitnah einladen will.