Der Vorsitzende des Volkstrachtenvereins Markt Einersheim, Rolf Lupold, nannte beim Empfang zum 70-jährigen Bestehen im Rathaus das neue Haus der Dorfkultur und das Informationszentrum der Grafschaft Limpurg-Rechteren-Speckfeld wichtige Eckpunkte für das Brauchtum und die fränkische Kultur in der Gemeinde. Im Info-Zentrum ist künftig auch eine Tafel über den Verein zu finden.

Der Volkstrachtenverein war am 14. Juni 1952 von Luitgard Freifrau von und zu Massenbach gegründet worden. Er war damals der erste seiner Art im mittelfränkischen Landkreis Scheinfeld, dem Markt Einersheim bis zur Gebietsreform angehörte. Die Tracht ist in dunklen Farben gehalten und in schlichter Ausführung; beides ist kennzeichnend für evangelische Gebiete. "Mit der Tracht zeigt man, was man hat oder kann", bemerkte Vizelandrätin und Kreisheimatpflegerin Doris Paul. Bürgermeister Herbert Volkamer unterstrich den hohen Stellenwert, den das Brauchtum im Ort einnehme, und der Volkstrachtenverein würde immer wieder das i-Tüpfelchen auf Veranstaltungen bilden.

Infotafel erinnert fortan an den Volkstrachtenverein

Die Gründerin war 1960 im Alter von nur 50 Jahren verstorben. Den Vorsitz übernahmen bis 1975 Georg Habermann und bis 1997 Karl Fuchs, und ihm folgte Rolf Lupold. Zum 25-jährigen Jubiläum und Bezirkstrachtenfest im Jahr 1977 konnte die von Ehrenmitglied Nikolaus Knauf gestiftete Fahne geweiht werden.

Wie der Vorsitzende informierte, sei der Schaufelhut genannte Dreispitz der Männer eine Seltenheit im Bezirk Unterfranken. Zum anderen gehöre zur Tracht das Prunkstück der weißen Abendmahlshaube. Diese Elemente würden die Einersheimer Tracht so attraktiv machen. Die Haube wird neben der Geschichtstafel einen Ehrenplatz im Informationszentrum erhalten.

Lupold dankte den Gründungsmitgliedern für ihren Mut und Fleiß, die lange Tradition des Trachtentragens wieder zu neuem Leben erweckt und volkstümliche Bräuche und Sitten weitergegeben zu haben. Der Vorsitzende bedankte sich beim Bürgermeister für dessen Engagement für die Brauchtumspflege. 

Ehrungen für treue Mitglieder

Nach dem Zug mit den Einersheimer Musikanten zur Mehrzweckhalle erinnerte Lupold an den Leitspruch des Vereins: "Treu dem guten alten Brauch" gebe in der globalisierten und schnelllebigen Welt Halt. Die Gauvorsitzende des Volkstrachtenverbands, Inge Burkhard-Vatterodt, und der Vizevorsitzende der Vereinigung bayerischer Trachtvereine links der Donau, Reinhold Meier, ehrten zusammen mit Lupold verdiente Mitglieder.

Für 50 Jahre Mitgliedschaft: Marianne Hering, Christa Maier, Erwin Maier, Ingrid Schurek, Marianne Hering, Christa Maier und Ehrenmitglied Nikolaus Knauf. Auszeichnungen erhielten Petra Scherpf, Georg Scherpf, Rolf Lupold (alle 40 Jahre) sowie Martin Hüßner, Vanessa Salib, Sabrina Eichner, Monika Oster und Altbürgermeister Bruno Gamm für 25 Jahre Mitgliedschaft.

Die Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Fränkischer Volksmusik, Inka Pfister, freute sich über den großen Trachtenball mit den Schrolla-Musikanten, für den die Markt Einersheimer als Tanzmeister Reinhard Hüßner als profunden Kenner der fränkischen Tanz- und Musik-Kultur gewinnen konnten.