Eine historische Stunde erlebte die Repperndorfer Kirchengemeinde, als die neue Glocke in den Turm eingeholt wurde.

Die Stadt Kitzingen, die die Baulast am Turm hat, wurde durch Bürgermeisterin Astrid Glos vertreten. Auch Kindergartenkinder verfolgten, wie die alte Glocke 3 aus dem Turmfenster nach unten schwebte.

Nach fast 100 Jahren Dienst erklang sie - am Haken hängend - ein letztes Mal - ein emotionaler Moment. Sie kann nun unter den Arkaden des Friedhofs bewundert werden. 1923 war sie aus Stahl angefertigt worden und musste aus Sicherheitsgründen ersetzt werden.

Die neue Glocke war im Beisein einer Delegation von Gemeindegliedern in der Glockengießerei Perner in Passau aus Bronze gegossen. Gestaltet wurde sie vom Glockenkünstler Pfarrer i. R. Günter Niekel und trägt auf der Vorderseite einen Weinstock, denn Jesus Christus spricht: Ich bin der Weinstock und ihr seid die Reben. Weinranken weisen auf Repperndorf als Weindorf hin. Die Rückseite zeigt das Ortswappen mit Hahn und Rost, der an St. Laurentius erinnert. Ihm ist die Kirche geweiht.

Traditionell tragen Kirchenglocken einen biblischen Spruch. Die Kirchengemeinde entschied sich für Psalm 31,16a: "Meine Zeit steht in deinen Händen."

Die neue Glocke ertönte vor dem Einbau erstmals und obwohl beide Glocken denselben Ton "h" haben, klingt sie aufgrund des anderen Materials viel wärmer und weicher.

Die kleinste und älteste Glocke des Geläuts von 1617 wurde heruntergeholt und wird überarbeitet. Statt in der Turmlaterne wird sie nun auch in der Glockenstube untergebracht und wird wieder läuten.

Glocken geben seit Jahrhunderten die Zeit an, lange bevor man eine Armbanduhr oder ein Smartphone bei sich trug.

Sie wecken morgens zur Arbeit, rufen um 12 Uhr zur Mittagspause und laden zum Friedensgebet ein. Abends zeigt ihr Läuten das Ende der Arbeit an oder den Kindern die Zeit nach Hause zu gehen.

So gaben Glocken früher dem Tag einen Rhythmus von Arbeit und Ruhepause. Sie waren immer auch Alarmglocken und läuteten, wenn Gefahr für das Dorf drohte. Vor allem aber rufen sie zum Gebet und zum Gottesdienst.

Pfarrerin Doris Bromberger dankte dem Kirchenvorstand, der für das leibliche Wohl gesorgt hatte.

Von: Doris Bromberger (Pfarrerin, Evang.-Luth. Kirchengemeinde Repperndorf)