Weitermachen oder warten? Das war die Frage am Montagabend im Marktbreiter Bauausschuss. Bürgermeister Harald Kopp hatte den Ausschussmitgliedern den 3. Planungsabschnitt der Umgestaltung des Mainufers zwischen Lagerhaus und Brücke vorgelegt, um mit dem Vorhaben schnell weiterzukommen. Der Stadtrat selber hatte die Planung schon vor einigen Wochen akzeptiert.

Knapp 2,9 Millionen Euro, so die Schätzung des Planungsbüros, würde das Vorhaben kosten. Zwischen 30 und 50 Prozent sollten die Zuschüsse liegen. Jetzt sollte das Büro für die weiteren Schritte beauftragt werden. Denn neben der Fertigstellung der Planung soll im Frühjahr 2023 die Ausschreibung und von Juli bis August die Vergabe für die Gewerke erfolgen, von Herbst 2023 bis Mai 2024 könnten die Arbeiten abgeschlossen werden.

Zwischen "Fantasiepreise" und "Schlechtwetterzeit"

Ein erster Widerspruch kam von Martin Näck: Das ganze Vorhaben sollte noch einige Zeit geschoben werden, so sein Vorschlag. Denn ab dem kommenden Sommer würden die Baugeschäfte dringend wieder nach Arbeit suchen und damit die Ausschreibungspreise auch sinken. "Mir gehts dabei nur um die Kosten", so der Gnodstädter Stadtrat, "die Fantasiepreise ändern sich erst, wenn die Arbeit fehlt".

Eine Verschiebung forderte auch Baureferent Alexander Mader mit einem weiteren Argument: Denn wenn der Bau erst im Herbst beginne und dann die "Schlechtwetterzeit" komme, würde sich der Bau eh verschieben. Dann könne die Ausschreibung auch erst später erfolgen.

"Wir warten jetzt lange genug, dass dort etwas passiert", sagte Harald Damm und nahm ebenso wie Christiane Berneth eine Gegenposition ein. Denn sollten für die einzelnen Gewerke "Utopiepreise" kommen, dann müsste der Stadtrat das Vorhaben sowieso stoppen. Am Ende stimmten vier der sieben Räte für eine Fortführung der Maßnahme und eine Beauftragung des Ingenieurbüros.

Photovoltaikanlage ist nicht von öffentlichem Grund aus einsehbar

Bislang wurden in Marktbreits Altstadt nur kleinere Photovoltaikanlagen auf nichteinsehbaren Dächern, etwa zur Warmwassergewinnung, genehmigt. Am Montag machten die Rätinnen und Räte doch einen Schritt vorwärts: In der Ochsenfurter Straße darf ein Bauwerber eine rund 12 Kilowatt Peak große Anlage auf seinem Anwesen direkt neben einem Einzeldenkmal errichten.

Die für die Anlage genutzten Dachflächen zeigen dabei alle in einen Innenhof, sodass sie von öffentlichem Grund aus nicht einsehbar sind. "Aber von Privatgrund aus", sagte Christiane Berneth, etwa von ihrem eigenen Anwesen aus. Der Konter des Bürgermeisters: "Wenn du auf dem Kirchturm stehst, dann kannst du es auch sehen."

Am Ende befürworteten die Rätinnen und Räte das Vorhaben einstimmig. Dabei wurde auch klar, dass für Photovoltaik in Altstädten demnächst Erleichterungen der strikten Maßgaben des Landesamtes für Denkmalspflege kommen werden und zudem die Stadt bei einer bevorstehenden Änderung der Gestaltungssatzung sich auch dieses Themas widmen wird.

Keine Informationen über den Ausbau der KT 18 in Gnodstadt

Auch wenn eine Zeitungsnotiz den Ausbau der KT 18 als Ortsdurchfahrt in Gnodstadt ankündigte: Informationen darüber und auch über den Umfang einer solchen Maßnahme lägen der Stadt nicht vor, so die Antwort des Bürgermeisters auf eine Nachfrage von Alexander Mader.