Ausführlich beriet der Mainbernheimer Stadtrat in seiner ersten Sitzung des Jahres den Haushalt vor. Dieser hat ein Gesamtvolumen von rund 8,95 Millionen Euro. Viel Geld wird in die Altstadt investiert, vor allem in die Umgestaltung der Herrnstraße. Unbekannte Größe im Haushalt ist die Kreisumlage, weil hier eine stärkere Anhebung droht als erwartet.

4,88 Millionen Euro hat Kämmerer Dieter Brunner für den Verwaltungshaushalt vorgesehen, 4,07 Millionen Euro für den Vermögenshaushalt. Damit liegt der Ansatz knapp unter dem Haushalt 2022, der insgesamt rund 9,17 Millionen Euro betrug. Bürgermeister Peter Kraus sprach von einem umfangreichen Investitionsprogramm. Die Ausschöpfung der vorgesehenen Geldbeträge hängt aber laut Kraus davon ab, wie schnell Planungen abgeschlossen werden können, was die Baufirmen leisten können und in welchem Umfang die Fördergelder fließen.

Hoffen auf ein "Nein" im Kreistag

Bei der Kreisumlage hat die Stadt Mainbernheim einen Umlagesatz von 42,5 Prozentpunkten eingeplant, 2021 waren es 41. Jüngsten Verlautbarungen aus dem Landratsamt sei zu entnehmen, dass die Landkreisführung eine noch stärkere Anhebung für notwendig erachtet. "Jeder Prozentpunkt kostet uns zusätzlich rund 23.800 Euro", sagte Kraus. Sollte die Umlage also um 3,5 bis vier Prozentpunkte steigen, würde Mainbernheim bis zu 90.000 Euro mehr abführen müssen. Damit würde die Zuführung zum Vermögenshaushalt, derzeit sind 614.700 Euro geplant, verringern. Abzüglich der Tilgung in Höhe von 94.700 Euro hätte man eine sogenannte "freie Finanzspanne" von 520.000 Euro. Bei einer höheren Kreisumlage müsste mehr Geld aus den Rücklagen entnommen werden.

Bürgermeister Kraus hofft, dass der Kreistag einer weiteren Erhöhung nicht zustimmen wird. Kraus setzt darauf, dass der Landkreis bei seinen Haushaltsberatungen die Belange seiner Städte und Gemeinden im Blick behält und seine Ausgaben so verantwortlich plant, dass der Kreisumlagensatz auf einem erträglichen Niveau festgesetzt werden kann.

Möglichst eigenständig bleiben

Die Stadt Mainbernheim gehört keiner Verwaltungsgemeinschaft an. Das soll auch so bleiben, bekräftigten Stimmen aus den Reihen des Stadtrats. Der Aufwand für die Verwaltungstätigkeit, der aus eigenen Mitteln zu bestreiten ist, beläuft sich auf knapp 330.000 Euro. Das heißt auf die Einwohnerzahl umgerechnet, dass 142 Euro pro Einwohner anfallen. Das sei um 40 bis 45 Euro günstiger, wie als Mitglied einer Verwaltungsgemeinschaft aufzubringen seien. Bei 2311 Einwohnern spare die Stadt so rund 100.000 Euro.

Synergien wären zwar nutzbar, zum Beispiel bei einem Zusammenschluss der Standesämter. Doch bei der Stadt koste das eigene Standesamt nur fünf Euro pro Einwohner mehr. Die Bürgerinnen und Bürger müssten dafür aber nicht den Weg nach Kitzingen oder Iphofen auf sich nehmen.

Neben der Neugestaltung der Herrnstraße Mitte, wofür es aber einen hohen Zuschuss über die Städtebauförderung gibt, und der Umnutzung der Gebäude in der Herrnstraße 35/37 sind auch der Ausbau der Keller- und Neugasse im Haushalt vorgesehen. Die Erschließung des Baugebiets "Neue Bergstraße" wird wegen der hohen derzeitigen Baukosten ins Jahr 2024 verschoben. Für die Gestaltung des Ortseingangs Kitzinger Straße sind die Planungsleistungen vergeben, ausgeführt werden die Arbeiten aber erst nach der Maßnahme Herrnstraße Mitte.