Die Blasmusik an sich ist ja schon was Schönes, musiziert man dann noch in großer Gemeinschaft, in einem großen Orchester, wird es ein wunderbares Erlebnis. Nach dem Motto "Fühl die Musik" spielten am vergangenen Samstag 40 Musikerinnen und Musiker aus sieben Blaskapellen des Landkreises zusammen ein Konzert. Die Stimmung auf und vor der Bühne war begeisternd.

Wie bei so vielen Veranstaltungen war auch beim Kreisorchester des Landkreises Kitzingen die Vorfreude auf dieses Konzert riesengroß, nach Jahren der Corona-Abstinenz. Punkt 19.30 Uhr verdunkelte sich die an diesem Abend sehr gut besetzte Karl-Knauf Halle, die Bühne hell erleuchtet und unter Beifall des Publikums zogen die Blasmusikerinnen und -musiker, alle in der Tracht ihrer Heimatkapellen, in die Halle und nahmen ihren Platz ein, ehe eine kurze Stille eintrat. Konzentration. Kreisdirigent Siegfried Graf erhob den Dirigentenstab und die ersten imposanten Töne erklangen. Erst das tiefe Blech, die Tuba und die Hörner, dann die Trompeten, die Pauken, dann das komplette Orchester. Mit der Eröffnungsfanfare "Also sprach Zarathustra" von Richard Strauss gab es gleich zu Beginn den ersten richtigen Gänsehautmoment und getreu dem Motto des Abends konnte man die Blasmusik so richtig fühlen.

Gemeinschaftserlebnis der besonderen Art

Von klassisch böhmischer Blasmusik mit "Ein junger Egerländer" oder der "Träumerei" bis hin zu modernen Blasmusik Arrangements wie "Mas Que Nada" oder dem "Bon Jovi Rock Mix" gab es ein ambitioniert, bunt gemischtes, zweistündiges Konzertprogramm. Musikalisch zu Besuch waren auch die Blues Brothers. Die gleichnamige Revue, arrangiert für Blasmusik, sorgte nicht nur wegen der typischen Verkleidung der Kapelle mit Hut und Sonnenbrille für Beifallsstürme.

Sibylle Säger, Vorsitzende des Kreisverbandes (Nordbayerischer Musikbund), sogleich auch Hauptorganisatorin des Konzerts und selbst Musikerin an der Posaune führte durch das Programm und gab einen kurzen Einblick hinter die Kulissen. An zwei Wochenenden jeweils von Freitag bis Sonntag treffen sich die Musikerinnen und Musiker, um das Programm einzustudieren und dabei entwickle sich im Laufe der Probentage eine richtig tolle Gemeinschaft. Aus den verschiedensten Ecken des Landkreises kommt man, wächst regelrecht zusammen und erlebt so nach dem Prinzip "Musik verbindet" eine wunderbare Zeit mit dem Konzert als Höhepunkt, so eine überwältigte Kreisvorsitzende ob der guten Stimmung im Orchester. Mitmachen kann übrigens jeder, der ein Blas-Instrument spielt und durch seine Heimat-Blaskapelle Mitglied im Nordbayerischen Musikbund ist, so Säger. Bei der Stadt Iphofen samt ihrem Bürgermeister und Musiker am Tenorhorn Dieter Lenzer bedankte sich die Kreisvorsitzende für die tolle Unterstützung während des ganzen Projektes Kreisorchester 2022.