Seit August gibt es eine neue Erlebnispädagogin in der Gemeinde Wiesentheid. Die Leiterin des Offenen Jugendtreff "Häng Up" Ivonne Berthel hat ihre Zusatzausbildung mit der Spezialisierung im Fachsportbereich Klettern fast abgeschlossen. Nach der praktischen Prüfung folgen Projektbericht und mündliche Prüfung im November - dann ist die Ausbildung offiziell. Erlebnispädagogen durchlaufen eine vielfältige Ausbildung mit dem Ziel Kinder und Jugendliche durch besondere Erlebnisse zu bilden und zu stärken. Dies geschieht anhand von praktischen Aufgaben in der Natur, Rätseln und vielem mehr. "Gerade das Klettern bietet hier noch einen zusätzlichen Mehrwert", sagt Ivonne Berthel, "man erlebt sich selbst in der Natur ganz anders. Man entdeckt seine Stärken und Schwächen und gewinnt an Selbstvertrauen.". Sie möchte vielen Jugendlichen helfen sich selbst zu finden und zu entwickeln. Solche Erlebnisse helfen einem auch im Alltag.

Für die Ausbildung zur Erlebnispädagogik ist das Absolvieren einer praktischen Abschlussarbeit notwendig. Im Fall von Ivonne Berthel ergab sich hier eine einmalige Chance. Die erlebnispädagogischen Klettertage waren Teil der Aktivierungskampagne des KJR Kitzingen und wird aus dem "Bayerischen Aktionsplan Jugend" des Bayer. Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales und durch den Bayerischen Jugendring gefördert. Die Aktivierungskampagne sollte nach der Corona-Pandemie junge Menschen nach draußen locken und wieder zu mehr Aktivität und Engagement bewegen. Ein wichtiger Aspekt ist es auch Jugendliche mit Mitarbeitern der Jugendarbeit zusammen zu bringen. Die Klettertage wurden als Projektidee eingereicht und erhielten die Förderung. Im Juli dieses Jahres hieß es dann für sieben Absolventen der Mittelschule Wiesentheid über sich selbst hinauszuwachsen. Durch die bereitgestellte Bezuschussung war die Teilnahme kostenfrei. Gerade für Absolventen ist die Zeit nach dem Abschluss oftmals sehr aufregend und mit Unsicherheiten verbunden. Das Projekt sollte den Jugendlichen eine Möglichkeit bieten den Start in diesen neuen Lebensabschnitt aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Sie sollten mit Zuversicht ihren neuen Lebensweg bestreiten und gestärkt in das Neue, Ungewisse gehen. Drei Tage waren vollgepackt mit Erlebnissen rund um das eigene Selbstbild und persönliche Ziele. Aber auch Zusammenarbeit mit anderen stand im Mittelpunkt. Letztendlich ging es jeden Tag darum seine eigene Komfortzone zu verlassen, sich mental und körperlich herauszufordern, sowie ein Bewusstsein für die Selbstbestimmung zu schaffen. Das Fazit war einstimmig: Man hätte nicht gedacht, dass drei Tage so viele Selbsterkenntnisse bringen würden. Diese besonderen Erlebnisse werden in der Zukunft sicher noch mehr Jugendliche auf ihrem Weg begleiten.

Von: Laura Kreßmann, (Pressearbeit, Markt Wiesentheid)