Der Kreisverband Kitzingen der Partei Bündnis 90/Die Grünen stellte bei seinem Neujahrsempfang im Kitzinger historischen Rathaus neben seinen Kandidaten zu den Landtags- und Bezirkstagswahlen einen Vortrag des Bundestagsabgeordneten Niklas Wagener zum Thema "Den Wald stark machen: Klimaheld und Lebenselixier" in den Mittelpunkt.

Die Kitzinger Kreisverbands-Sprecherin Eva Trapp ging der Frage nach, was in einer Zeit mit Themen wie Klimakrise, Krieg in der Ukraine bis hin zur Zeitenwende Kraft verleihen könne. Dabei bewegten sich die Grünen selbst gerade im Spannungsfeld zwischen Kohleabbau und Waffenlieferung.

Julian Glienke, ebenfalls Kreisverbands-Sprecher, stellte fest, dass Fragen wie "Worum geht es im Leben? Was macht das Leben lebenswert?" bei den Menschen vermehrt im Vordergrund stünden. Er merkte mit Blick auf den Krieg Russlands an, dass Reichtum vom Menschen aufgebaut werde und nicht aus Bodenschätzen. Glienke rief zum Zusammenhalt auf, nicht nur, wenn es um die Ukraine und um Klimaprobleme gehe. Vielmehr solle man sich der Zukunft zuwenden und sich in die Demokratie einbringen. Sein abschließendes Bibelzitat "Die Erde lasse junges Grün sprießen" empfanden die Gäste in der vollen Rathaushalle als wohltuend.

MdB Wagener nennt grüne Zukunftsprojekte

Bundestagsabgeordneter Wagener beschrieb den Wald als enormen CO²-Speicher. Klimaschutz werde auch gebraucht, um dem Wald wieder eine Perspektive zu geben. Er dürfe nicht nur von Hitze und Wassermangel geprägt sein, sondern solle Holz und Sauerstoff liefern, CO² binden und vor Erosion schützen. Der Rohstoff Holz sei der wichtigste Baustoff überhaupt, sagte Wagener.

Die Förstereien beschäftigten sich inzwischen damit, welche weiteren Baumarten eine nachhaltige Rolle für eine breite Biodiversität spielen könnten. Wirtschaftliches Handeln könne derzeit kaum noch stattfinden, da es ständig gelte, Schadflächen aufzuarbeiten. Daher habe auch ein Nationalpark Steigerwald eine unglaubliche Bedeutung als Ökosystem, argumentierte der Grünen-Abgeordnete. Den Nationalpark und die Steigerwaldbahn bezeichnete er als Zukunftsprojekte in der Region.

Gemeinschaft als Problemlöser

Als Kandidatin für den Bezirkstag stellte sich Berufsfeuerwehrfrau Eva-Maria Stöcklein aus Bibergau vor. Sie berichtete von Eindrücken nach größeren Einsätzen, die nur in einer funktionierenden Gemeinschaft zu bewältigen seien und warf die Frage auf, was passiere, wenn diese Gemeinschaft einmal nicht mehr funktioniere.

Für den Landtag kandidiert der Würzburger Psychologieprofessor Wolfgang Lenhard (Dettelbach). Er beschäftigte sich in seiner Vorstellung mit der Frage, wie man Menschen mit psychischen Erkrankungen helfen und Unglücklichsein überwinden könne. Nachwirkungen aus der Corona-Zeit und aktuelle Herausforderungen wie der Klimawandel und die Ukraine-Krise seien besonders schwerwiegend. Dazu könne und müsse die Politik Rahmenbedingungen mit der Natur als Grundlage schaffen.

Die Gäste mit dem Kitzinger OB Stefan Güntner und der Wiesenbronner Landtagsabgeordneten Barbara Becker (beide CSU), zahlreichen Bürgermeistern und Ratsmitgliedern, verfolgten die Versammlung mit Interesse. Die musikalische Begleitung hatte das Duo Café Sehnsucht übernommen.