Seit Ende Oktober organisiert der AWO Bezirksverband Unterfranken e.V. eine neue Kinderbetreuung in der Gemeinschaftsunterkunft Innopark. Betreut werden vormittags bis zu 15 Kinder zwischen drei und sechs Jahren. Damit wird eine Versorgungslücke geschlossen. Gefördert wird das Angebot von der Regierung Unterfranken. Folgende Informationen sind einer Pressemitteilung der AWO Unterfranken entnommen.

In der Gemeinschaftsunterkunft (GU) Innopark ist Platz für rund 400 geflüchtete Menschen, darunter auch zahlreiche Kinder unterschiedlichster Nationalitäten. Aktuell leben dort überwiegend Geflüchtete aus Afghanistan, Somalia, Äthiopien, Syrien, Nigeria, der Ukraine und dem Iran. Die Unterkunft bietet ihnen Wohnraum und Schutz, aber auch Angebote, um sich im Land zu integrieren.

Kinderbetreuung als wichtiger Baustein zur Integration

"Ein wichtiger Baustein zur Integration stellt auch eine professionelle Kinderbetreuung dar", findet Tanja Schubert, Referentin bei der AWO Unterfranken und Verantwortliche für das Angebot. "Doch leider erhalten nicht alle betroffenen Kinder gleich einen Krippen- oder Kindergartenplatz." Hier setzt die neue Betreuung der AWO Unterfranken an: Sie schließt die Versorgungslücke, wenn kein Kitaplatz verfügbar ist und vereinfacht den Familien gleichzeitig den Übergang in eine Regel-Kita.

"Dank der Finanzierung durch die Regierung Unterfranken konnten wir das bislang eher notdürftig organisierte Kinderbetreuungsangebot in der GU Kitzingen auf professionelle Beine stellen und haben dazu schon bestehende Räumlichkeiten ansprechender eingerichtet", freut sich Schubert.

Strukturierter Tagesablauf und Freiräume für Eltern

Für die geflüchteten Kinder und ihre Eltern sei das pädagogische Angebot sehr wichtig. So biete es eine feste Tagesstruktur und leiste auch zur sprachlichen Bildung und damit zur Integration einen positiven Beitrag. Gleichermaßen erhöhe es die Bildungschancen und -teilhabe. Für Elternteile schaffe es Freiräume, um beispielsweise Behördengänge, Deutschkurse oder andere Angebote zur Integration wahrzunehmen.

Die Kinder werden währenddessen professionell betreut: kindgerechte Spiel- und Bildungsangebote, sowie Angebote zur Förderung der motorischen Entwicklung und der sozial- emotionalen Intelligenz stehen unter anderem auf dem Programm.

Neun Kinder werden in den kommenden Monaten eingewöhnt

Schubert ist froh, dass sich dafür zwei pädagogische Fachkräfte gefunden haben: Andrea McWright hat in der Unterkunft schon ehrenamtlich gearbeitet und Naouel Jebabli ist eine erfahrene ehrenamtliche Dolmetscherin. Sie spricht mehrere Fremdsprachen, darunter Arabisch.

Vor dem ersten Betreuungstag am 26. Oktober luden die Verantwortlichen zum Tag der offenen Tür ein, was von den Eltern gut angenommen wurde. Es wurde gemeinsam gespielt, gesungen, getanzt, und gegessen. Eltern erhielten Einblick in den Tagesablauf und wurden über das Anmeldeverfahren informiert. Aktuell werden fünf Kinder in der GU Innopark betreut, auf der Warteliste stehen bereits neun weitere, die in den kommenden Monaten eingewöhnt werden.