Das Einzige, was Realität war, war die Eiseskälte und starker Wind am Sonntagnachmittag in Kitzingen. Der Rest war eine Übungsannahme, bei der ehrenamtliche BRK-Sanitäter aus dem gesamten Landkreis ihr ganzes Können zeigen mussten. "Ein großflächiger Stromausfall im Stadt–und Landkreis hat sich ereignet" , so Thorsten Dennerlein, Kreisfachdienstleiter Betreuung. Da mit einer größeren Anzahl an Hilfsbedürftigen gerechnet werden musste, wurde "Betreuungsalarm" ausgelöst. Nach und nach fanden sich Familien mit Kindern im Bereich der Deuster-Sporthalle ein. Als sogenannte Mimen spielten sie einen wichtigen Teil in dem Gesamtszenario. Mehr als 30 Statisten versammelten sich im Park des Schulzentrums und baten dringend um Hilfe. Sie klagten über die bittere Kälte. Unter der Gesamteinsatzleitung von Kevin Keim wurden nun die Schnelleinsatzgruppen ( SEG's) Betreuungsdienst und Verpflegung aufgerufen. Kurze Zeit später begannen erste Kräfte sich um die stark frierenden Betroffenen im Park zu kümmern. Es wurden für alle Decken ausgegeben. Über die Stadt Kitzingen wurde freier Zugang für die Sporthalle geschaffen. "Ein geradezu idealer Fluchtpunkt", wie Dennerlein betonte. Neben einer großen Sporthalle gibt es dort noch eine Mensa, viele andere Räumlichkeiten, sowie ausreichend WC und Duscheinrichtungen. Neben der Halle wurde eine Einsatzleitstelle durch Zugführer Lukas Zimmermann aufgebaut, wo die einzelnen Gruppenführer ihre Aufträge entgegennahmen.

Alle Hilfesuchenden wurden nach einer Registrierung in die Mensa geführt, wo sie sich aufwärmen und erste kleine Snacks zu sich nehmen konnten. Eine andere Gruppe richtete in der darüberliegenden Sporthalle die Nachtunterkunft ein. Feldbetten wurden aufgebaut. Da mit einem weiteren Ansturm von Hilfsbedürftigen gerechnet wurde, erschien das Rote Kreuz auch mit der "Gulaschkanone". Dies ist ein Anhänger, der zu einer kompletten Feldküche aufgebaut werden kann. Bedient wird diese Küche von Sanitätern, die zu Feldköchen ausgebildet sind. Demnächst soll laut Auskunft von Verantwortlichen auch die Notstromversorgung in der Halle bewerkstelligt werden. Dann ist wohl alles komplett!

Von: Hanns Strecker (Sanitäter, Bayerisches Rote Kreuz, Kitzingen)