Für den Kleinlangheimer Kindergarten ergibt sich für das Haushaltsjahr 2021 aus verschiedenen Gründen ein Defizit von rund 38.000 Euro. In der Ratssitzung ging Bürgermeisterin Gerlinde Stier auf die Ursachen ein, die zu diesem Ergebnis führten. So hätten 2021 zu wenige Kinder den Hort besucht und in diesem Jahr mussten zudem coronabedingt kleinere Gruppen gebildet werden, während das Personal gehalten werden musste.

Der Bedarf an Krippenplätzen sei sehr hoch gewesen, die Kosten für die Reinigungskräfte angestiegen. Technische Erneuerungen, die zum Beispiel für Brandschutz oder Beleuchtung notwendig wurden, verursachten ebenfalls Kosten. "Das tatsächliche Defizit lag bei etwa 79.000 Euro, da aber der Kindergartenträger aus den Rücklagen rund 40.000 Euro entnahm, liegt der Betrag beim genannten Defizit", erklärte die Bürgermeisterin.

"Bauchschmerzen" wegen der hohen Energiekosten

"Bauchschmerzen" wegen der hohen Energiekosten gebe es beim Blick auf den nächsten Haushalt und man komme nicht umhin, die Preise für Kinderkrippe und -garten anzugleichen, "es wird im nächsten Jahr eine Erhöhung geben müssen". Angekündigt wurde in diesem Zusammenhang eine Änderung der Vereinbarung zwischen dem Kindergartenträger und der Gemeinde. Dem Antrag auf Übernahme des Defizits durch die Gemeinde wurde einstimmig stattgegeben.

Zwei Gegenstimmen gab es beim Erlass einer Satzung über ein besonderes Vorkaufsrecht gemäß Paragraf 25 des Baugesetzbuches für den Markt Kleinlangheim und die Ortsteile Atzhausen und Haidt/Stephansberg. Die Bürgermeisterin machte deutlich, dass es vor allem darum gehe, die Innenentwicklung voranzutreiben und der Gemeinde die Möglichkeit zu geben, Grundstücke zu erwerben, da es bisher das Vorkaufsrecht nicht gegeben habe, das auch von der Dorferneuerung gefordert werde.

Erbrecht hat Vorrang vor dem Vorkaufsrecht

Bei der Diskussion kam auch zur Sprache, dass das Vorkaufsrecht nicht uneingeschränkt gelte, so habe das Erbrecht Vorrang vor dem Vorkaufsrecht. Die Satzung wurde von VG-Mitarbeiterin Meike Völkl verlesen. Als Hauptziele des Vorkaufsrechts wurden die geordnete städtebauliche Entwicklung, die Förderung der Innenentwicklung und das Schließen von Baulücken hervorgehoben. Der Satzungsbeschluss wurde mit zehn zu zwei Stimmen getroffen.

Dem Rat lag der Antrag eines Landwirts vor, in dem es darum ging, dass die bisherigen Flurgänge der Feldgeschworenen, die nicht mehr zeitgemäß seien, unterlassen werden sollten. "Das wäre schlecht für die kleineren Landwirte, da die großen die Grenzpunkte mit GPS anpeilen können, die Flurgänge müssen weiterhin durchgeführt werden", meinte hingegen die Bürgermeisterin, die sich auch dafür einsetzte, dass die Siebenerkosten weiterhin den Eigentümern in Rechnung gestellt werden.

Für Tiny-Häuser im Ortsteil Stephansberg lag eine Bauvoranfrage vor. Die Bürgermeisterin gab zu bedenken, dass es sich dabei um ein separates, nicht erschlossenes Grundstück handle, was einen sehr hohen Kostenaufwand zwecks Erschließung verursache. Die Anfrage müsse zudem vom Amt für ländliche Entwicklung überprüft werde. Vom Kleinlangheimer Ratskollegium wurde sie einhellig abgelehnt. Abbruch und Neubau der Kastnersmühle wurden hingegen einstimmig befürwortet.

Vom Rat bestätigt wurden der neu gewählte erste Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Haidt/Stephansberg, Stephan Vicedom, und sein Stellvertreter Stefan Schellhorn.