Eine Photovoltaikanlage auf dem Dach der Turnhalle der Grundschule Prichsenstadt – das ist nach Ansicht des Ratsmitgliedes Alexander Schöpfel aufgrund steigender Energiekosten und der "gesellschaftlichen Herausforderung einer rasanten globalen Erwärmung durch fossile Brennstoffe" baldmöglichst notwendig. Einen entsprechenden schriftlichen Antrag hatte der Allgemeinmediziner Schöpfel an Bürgermeister René Schlehr gerichtet, unterschrieben zusätzlich von den Ratsmitgliedern Werner Hillger, Alexandra Martin und Ricky Haubenreich. Entstehen soll die Anlage auf dem nach Süden ausgerichteten Teil des Hallendaches, und die Verwaltung soll laut dem Antrag die Kosten für eine 30 kwp-Anlage und dessen Amortisierung prüfen.

Was der Rat auch letzten Endes so entschied, mit dem von Werner Hillger beantragten Zusatz einer Speichermöglichkeit für die gewonnene Energie. Begleitet war die Debatte von einem anfänglichen verbalen Schlagabtausch zwischen dem Bürgermeister und seinem Ratskollegen Schöpfel. Der hatte in seinem Antrag auf die Anwendung des § 23 Absatz 1 der Geschäftsordnung verzichtet, "wenn der Antrag in der geplanten Sitzung am 1. Dezember auch beraten werden würde".

In jenem Paragrafen der Prichsenstädter Geschäftsordnung ist die Sondersitzung geregelt, die entweder vom Bürgermeister anzusetzen oder von mindestens einem Viertel der Mitglieder des Stadtrates einzufordern ist. "Sie bemühen gern die Geschäftsordnung, um eine Kontrollfunktion über den Bürgermeister auszuüben, dann sollten Sie sie auch kennen", so Schlehr zu Schöpfel. Denn der angesprochene Paragraf der Sondersitzung basiert auf Artikel 31 der Bayerischen Gemeindeordnung (bindend für alle Ratsgremien, Anm. d. Red.), und dort heißt es unmissverständlich: "Der Gemeinderat besteht aus dem ersten Bürgermeister und den Gemeinderatsmitgliedern." Selbiges gilt auch für einen Stadtrat, und somit hätte der Antrag von fünf Ratsmitgliedern unterzeichnet werden müssen.

Verwaltung soll Angebote einholen

Gleichwohl ließ Schlehr eine Debatte über den Antrag zu. Das Dach der Schulturnhalle ist nur über eine Luke auf der Südseite zugänglich. "Das dient der Wartung der Dächer und der Pflege der dortigen Grünflächen, und ich weiß nicht, wie dann eine solche Anlage genau aussehen soll", so Schlehr. Und: "Die anfallenden Kosten sind der Verwaltung nicht bekannt, Haushaltsmittel dafür sind nicht eingestellt." Daher, so Schöpfel in der Debatte, solle die Verwaltung drei Angebote einholen, über die der Rat entscheiden soll.

"Wir reden immer über Photovoltaik auf unseren Dächern, die Anlage auf der Schulturnhalle soll eine Initialzündung sein", so Schöpfel weiter. Sollte es sich nicht lohnen, sieht er den Rat als "fit genug" an, um es auch abzulehnen. Erstmal sollte der durch eine mögliche Anlage gewonnene Strom für den Eigenbedarf der Schulturnhalle dienen, "wird es mehr, könnte man auch über eine Einspeisung ins öffentliche Netz nachdenken", so das Ansinnen Schöpfels.

Thema wird in einer weiteren Sitzung beraten

Eine ähnliche Anlage will sich auch die DJK Stadelschwarzach aufs Dach setzen, berichtete Ratsmitglied Pascal Zörner. "Alle Mitglieder haben in einer Versammlung zugestimmt", so Zörner. Und nachdem weitere Wortbeiträge der Ratssitzung allesamt in Richtung "machen wir" gingen, beauftragte der Rat einstimmig die Verwaltung mit der Prüfung einer solchen Anlage mitsamt Speichermöglichkeit und Amortisierung. Das Ergebnis soll in einer der kommenden Sitzungen weiterberaten werden.