Den Wasentanz in Albertshofen gibt es seit 1882, er folgt einem althergebrachten Zeremoniell. Doch heuer gestaltete sich der Ablauf etwas anders: Philipp Wenkheimer als Vorsitzender des Kirchweihveranstalters Brauchtumsvereins ergriff vor dem Walzer das Mikrofon und stellte einen Mann in den Fokus, der genau das seit 40 Jahren mit den Albertshöfern macht.

"Er ist einer der ältesten Kerwaburschen", sagte Philipp Wenkheimer über den Fotografen Peter Koch. Er hatte einst das Geschäft von Foto Starz in Kitzingen übernommen und damit auch die Tradition, alljährlich die Albertshöfer Martini-Kerm bildlich festzuhalten. "Er hat meistens viel Arbeit und wenig zu Trinken", beschrieb Wenkheimer den 72-Jährigen, der es sich mit seiner Tochter Carina Koch nicht nehmen lässt, im Gärtnerdorf an mehreren Kirchweihtagen präsent zu sein. 

Heuer setzte sich der Trend fort, dass die Anzahl der Wasen-Paare seit ein paar Jahren rückläufig ist. 28 Wasen-Paare zählten die mehreren Hundert Schaulustigen auf der Lohwiese. Erstmals führte dieses Mal Lukas Kraus mit seiner Partnerin Larissa Uhl die Wasen-Paare an. Er war mit 32 Jahren der älteste unter den 28 Burschen und damit prädestiniert für die Führungsrolle. "Wir ziehen heute zum zwölften Mal auf den Wasen", bemerkte seine 26-jährige Partnerin. "Ich mache mir keine Sorgen, das klappt hundertprozentig", war sich Lukas Kraus sicher, dass alles passen würde – und er hielt Wort. Weinprinzessin Emmi Wendemuth zog mit ihrem Freund Dominik Gernert über den Wasen und ist seit Jahren dabei, wenn es gilt, das Brauchtum im Gärtnerdorf hoch zu halten.

Unter den Klängen der Großlangheimer Musikanten zogen die Wasen-Paare aus dem Dorf zur Lohwiese, gefolgt von den Göikerern, den ehemaligen Kirchweihburschen, die schon verheiratet sind. "Wer hat Kerm? – mir ham Kerm", schallte es oftmals über die Festwiese hinter dem Sportgelände. Mit einer großen Polonaise starteten der Wasentanz.

Spende für einen guten Zweck

Bei der Veranstaltung gibt es traditionell kein Bier, sondern nur Wein in Seidleskrügen. Zwischendurch sorgte Andi Reitmeier immer wieder für Nachschub. Da taten sich die Burschen leichter, ihre Tanzpartnerinnen höflich mit Knicks zum Walzer aufzufordern und dann den prüfenden Augen vieler Dorfbewohnerinnen zu genügen. Das Ende der Polonaise bilden seit jeher die Barthelsträger, die Rolle der ganz jungen Burschen in weißen Hemden nahmen heuer Simon Schug, Leon Will und Elias Kraus ein.

Die Göikerer mit ihrem Ober-Göiker Dirk Reidelbach luden nach dem Wasentanz zum Göikerschlagen mit einem Hahn als Hauptpreis. Dabei wird aber kein Goiker oder Hahn geschlagen, sondern die Teilnehmer müssen mit verbundenen Augen eine Holzstange so fallen lassen, dass sie einen Tontopf kaputt macht. Die mehreren hundert Euro an Einnahmen spenden die Göikerer jedes Jahr für ein karitatives Projekt im Dorf.