Die Fragen der anwesenden Bürgerinnen und Bürger am Schluss des öffentlichen Teils der Abtswinder Gemeinderatssitzung brachten ein Problem zutage, das die Räte und Rätinnen debattieren ließ. Es ging dabei um den Stellplatz für Wohnmobile, den der Markt Abtswind am Ortsrand, in Nähe des Schwimmbads, geschaffen hat. Der Platz werde sehr gut genutzt, auch jetzt im Herbst herrsche reger Betrieb, berichtete Gemeinderätin Katharina Baumann, die unweit davon wohnt. Sogar gezeltet werde dort teilweise, hieß es.

Alles schön und gut, doch Zuhörer Peter Baumann hatte zuvor beklagt, dass die Wohnmobilisten und Camper dort häufig nicht nur ihren Abfall zurück lassen. Der Grünstreifen dort und der Bereich zum Wanderweg in Richtung Untersambach werde von vielen als Toilette genutzt, jede Menge menschlicher "Häufchen" befänden sich in dem Bereich. "Eine Sauerei", fand Peter Baumann, dagegen müsse die Gemeinde unbedingt etwas tun.

Das sahen die Gemeindevertreter um Bürgermeister Jürgen Schulz ein. So könne man das jedenfalls nicht lassen, stellte auch Ratsmitglied Heiko Därr fest. Er regte an, dort eine Toilette zu bauen. Wenn man schon um Wohnmobilisten werbe, dann müsse man auch an die Folgen denken und für einen sauberen Platz sorgen.

Für eine Toilette braucht es Wasser, Kanal und Strom

Bürgermeister Schulz wies darauf hin, dass man an der Fläche mit den Stellplätzen keine Versorgungsstation errichtet habe. Um dort eine Toilette zu installieren, müsse man Anschlüsse für Wasser, Kanal und Strom schaffen. Zudem komme dann der Unterhalt, also das Putzen der WCs, hinzu. Ein Dixi-Klo als Übergangslösung hinstellen, schlug Jürgen Bünnagel vor. Auf Dauer müsse man sich eine andere Lösung überlegen, meinten andere.

Bürgermeister Schulz versprach, er werde bei anderen Gemeinden nachfragen, wie das Ganze dort gelöst sei. Schulz regte schließlich an, den Platz für Wohnmobile am Festplatz einzurichten. Dort seien Toiletten installiert, die man nutzen könnte. Das wolle man prüfen, hieß es.

Weiter kam beim Punkt Fragen der Zuhörer die Kritik, dass die Gemeinde beim Thema Abwasseranschluss nach Wiesentheid den Bürgerinnen und Bürgern nicht erklärt habe, was Fakt sei. Man wolle wissen, was finanziell auf die Haushalte zukomme. Hier verwies Bürgermeister Schulz auf die letzten Ratssitzungen und das Amtsblatt. Dort habe man informiert. Exakte Zahlen könne man aktuell nicht nennen, weil vieles längst noch nicht fest stehe.

Aufs Brennholz wird die Mehrwertsteuer aufgeschlagen

Der Gemeinderat habe zunächst einmal die grundsätzliche Entscheidung getroffen, in welche Richtung es beim Abwasser künftig gehe. Weiteres folge. Er, so Bürgermeister Schulz, wolle Anfang des neuen Jahres eine Bürgerversammlung anberaumen, in der neben dem Thema Abwasser auch der dann neue Haushalt erläutert werde.

Außerdem wurde in der Sitzung festgelegt, dass die Ortsgruppe der Wasserwacht einen Zuschuss von 3000 Euro erhält. Das sei der Ausgleich für die in diesem Sommer an Aufsicht im Freibad geleisteten 495 Stunden. Zudem wurde beschlossen, dass zum Preis für Brennholz für die Selbstwerber künftig die 19 Prozent Mehrwertsteuer aufgeschlagen werden.