Der bereits 2020 beschlossene, umfangreiche Umbau der Grund- und Mittelschule in Wiesentheid soll in nächsten Tagen tatsächlich starten. Das berichtete der Vorsitzende des Schulverbandes, Wiesentheids Bürgermeister Klaus Köhler in der Sitzung der neun Mitgliedsgemeinden Abtswind, Castell, Rüdenhausen, Wiesentheid (jeweils Grund- und Mittelschule), sowie Geiselwind, Großlangheim, Kleinlangheim, Prichsenstadt und Wiesenbronn (Mittelschule).

Los gehen wird es mit vorbereitenden Arbeiten, wie dem Rückbau des Hauswirtschaftsraumes. Von außen werden die Bauarbeiten voraussichtlich erst im Frühjahr 2023 sichtbar sein, teilte die Verwaltung mit. Erst dann kämen auch Bagger und anderes schweres Gerät zum Einsatz.

Der Großteil soll bei laufendem Schulbetrieb saniert werden

Die Sanierung des 1972 erbauten Gebäudes steht seit einiger Zeit im Raum und hatte sich immer weiter nach hinten verschoben. Vor einem Jahr war moniert worden, dass die unbedingt notwendige Förderzusage der Regierung noch nicht vorliege und man deswegen nicht anfangen könne. Nun liegen die Unterlagen vor.

Vorgesehen ist, einen Großteil der seit 1972 bestehenden Gebäude bei laufendem Schulbetrieb zu sanieren. In sechs Jahren, also 2028, sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Die Kosten für das Riesenprojekt wurden vor einem Jahr auf rund 21 Millionen Euro geschätzt. Aktuell hieß es dazu auf Nachfrage, dass diese unverändert bleibe. Die Zahlen seien damals bereits großzügig gerechnet gewesen, um Preiserhöhungen vorzubeugen.

Schule stößt schon jetzt räumlich an ihre Grenzen

In der Sitzung des Schulverbandes machten Carsten Busch (Schulleiter der Grundschule) und Wolfgang Lurati (Konrektor der Mittelschule) darauf aufmerksam, dass die Schule aktuell bereits räumlich an ihre Grenzen stoße. Man habe sich darauf eingestellt, dass mit der Baustelle einige Einschränkungen verbunden seien, sagte Lurati. Ihm bereite zwar ein Umbau über sechs Jahre Bauchschmerzen, sagte er. Aber man müsse und werde das schultern. "Wir müssen weg vom Perfektionismus und schauen, dass der Schulbetrieb läuft. Wir sind froh, dass es jetzt losgeht", so Lurati.

Zur Finanzierung hieß es in der Versammlung, dass ein Förderbescheid über 7,651 Millionen Euro zugegangen sei. Zusätzlich wurden weitere 1,655 Millionen Euro aus dem Bundesprogramm zur Förderung für effiziente Gebäude beantragt. Das restliche Geld muss von den Mitgliedsgemeinden beigesteuert werden. Der Schulverband hat bereits einen Kredit aufgenommen. Zudem bezahlen die Mitgliedsgemeinden das Ganze über die Umlage pro Schülerin und Schüler aus ihrer Gemeinde.

Umlage für die Mitgliedsgemeinden wird weiter steigen

Diese Umlage erhöht sich ab 2023 von bisher 2400 Euro auf künftig 2800 Euro pro Schüler oder Schülerin. Eine separate Investitionsumlage werde nicht erhoben. Mit dem Baufortschritt werde in den Folgejahren eine Steigerung der Umlage einhergehen, hieß es bei den Erläuterungen zum Haushalt.

Zur Umlage wollte Geiselwinds Bürgermeister Ernst Nickel wissen, wie diese in den Folgejahren ausfallen werde. Verwaltungsleiter Christian Sturm erläuterte, dass die Umlage nach jetziger Kalkulation bis auf 3690 Euro steige, dann aber sukzessive weniger werde.

Haushalt des Schulverbandes einstimmig verabschiedet

In der Sitzung wurde der Haushalt des Schulverbandes für 2023 einstimmig verabschiedet. Der Etat beläuft sich auf insgesamt 8,737 Millionen Euro, wobei der Vermögenshaushalt 6,873 Millionen Euro beträgt. Außerdem gab es Informationen zum aktuellen Schulbetrieb. Die Schülerzahlen lagen zum 1. Oktober bei 236 Grundschülern und 258 Mittelschülern. Rektor Carsten Busch von der Grundschule erwähnte, dass sein Bereich bei den Lehrkräften zahlenmäßig gut aufgestellt sei.

Die drei dritten Klassen sind am Gymnasium ausgelagert und werden auch nächstes Jahr dort als vierte Klasse sein. Bei den Schülerzahlen geht die Prognose in den nächsten Jahren deutlich nach oben, zum neuen Schuljahr komme bereits eine Klasse hinzu, so Busch. Für das Schuljahr 2024/2025 rechne man angesichts der Geburten mit 50 Schülern mehr als im Moment. Das Raumproblem werde sich durch den Umbau noch verschärfen.

Viele Kinder müssten im Bus stehen - Problem schwer zu lösen

Von der Mittelschule berichtete Konrektor Wolfgang Lurati, dass dort 16 Klassen mit M-Zweig und Praxisklasse unterrichtet werden. Die siebte Jahrgangsstufe sei in Geiselwind untergebracht. Insgesamt 28 ukrainische Schülerinnen und Schüler sind an der Schule in Wiesentheid, 18 davon sind in der Grundschule. Sie besuchen die Regelklassen, was sich laut Schulleiter Busch bewährt habe.

Beim Punkt Wünsche und Anfragen sprach Castells Bürgermeister Christian Hähnlein die Situation mit angeblich überfüllten Schulbussen an. Viele Kinder, auch Grundschüler, müssten im Bus stehen. Hierzu hieß es, dass dieses Problem schwierig zu lösen sei. Die Buslinien gehörten zum ÖPNV des Landkreises, da gelten leider andere Regeln, gab Kleinlangheims Bürgermeisterin Gerlinde Stier zu bedenken.

Um das zu lösen, könne der Schulbverband höchstens private Busse beauftragen. Jedoch hätten die meisten Busunternehmen eh mit Personalmangel zu kämpfen. Vorsitzender Klaus Köhler versprach, dass man das Problem im Auge behalten wolle.