von unserem Mitarbeiter Richard Sänger

Herzogenaurach — Im September 2013 startete das Comenius-Projekt auf Initiative des Kindergartens Gries aus Herzogenaurachs Partnerstadt Wolfsberg in Kärnten. In Herzogenaurach findet gerade die Abschlusswoche des länderübergreifenden Projekts statt.
Das Comenius-Programm wurde von der Europäischen Union eingerichtet. Ziel ist es, die Zusammenarbeit von Schulen und vorschulischen Einrichtungen in Form von Partnerschaften zu fördern. Dazu gehören unter anderem Projekttreffen, Klassen- und Lehreraustausch oder Studienbesuche.
Aus Herzogenaurach hatte sich die zweisprachige Kindertageseinrichtung "Villa Herzolino" als Projektpartner beworben. Bürgermeister German Hacker (SPD) empfing gestern die Vertreter aus den Ländern Deutschland, Österreich, England, Italien und Slowenien im Rathaus. Ein Zeichen, dass Partnerschaften auch unter Kindertageseinrichtungen geschlossen werden können und Hoffnung auf ein weiteres friedliches Europa geben, so Hacker.
Eva Reitz, Leiterin der "Villa Herzolino", beantwortet einige Fragen zu dem Projekt:

Warum machten Sie mit?
Der Bürgermeister der Stadt Wolfsberg hat Bürgermeister German Hacker angeschrieben und um Werbung für diese Projekt gebeten. Daraufhin haben wir uns als Projektpartner beworben. Da in unsere Kindertagesstätte viele unterschiedliche Kulturen und Nationalitäten vertreten sind, war es eine tolle Möglichkeit, auch Kolleginnen und Einrichtungen anderer Länder kennenzulernen.
Warum diese Länder und wer hat sie gewählt?
Der Pädagogische Austauschdienst der Kultusministerkonferenz des jeweiligen Landes hat entschieden, ob und welcher Kindergarten an diesem Projekt teilnehmen darf. Es haben sich insgesamt 24 Einrichtungen aus Europa beworben und davon bekamen fünf eine Zusage. Verbunden mit der Zusage ist ein Fördergeld, von dem die Reisen und die mit dem Projekt verbundenen Ausgaben finanziert werden.

Gibt es bereits große und kleine Erfolge?
Auf unseren Reisen durften wir uns unterschiedliche Einrichtungen ansehen und den Kolleginnen dort über die Schulter schauen. Bei den Besuchen haben wir uns nicht nur über projektspezifische Themen, sondern auch über die Ausbildung des pädagogischen Personals, die unterschiedlichen Bildungssysteme und -pläne unterhalten und mehr über Land und Leute erfahren. In unserer Kindertagesstätte haben wir einen Waldtag nun fest ins pädagogische Programm mit eingebunden und werden diesen auch über das Projekt hinaus weiterhin beibehalten. Besonders spannend war für uns als englisch-deutsche Kita natürlich der Besuch in England, da wir dort viele Lieder, Spiele, Bücher etc. kennenlernen und mitnehmen konnten.

Wollen Sie weitermachen?
Wir wollen die entstanden Freundschaften pflegen und den Kontakt mit unseren Projektpartnern aufrechterhalten. Es war eine sehr schöne und spannende Zeit, und wir konnten viel über die Arbeit unsere Kolleginnen in den Partnerländern lernen. Ob wir uns in nächster Zeit wieder für ein solches Projekt bewerben, ist allerdings unklar, da die damit verbundene Arbeit ehrenamtlich neben dem normalen Betrieb herläuft und doch sehr zeitaufwendig ist.