Erneut herrscht Notbetreuung in den Kindertagesstätten. Während einige Kinder in den Einrichtungen sind, werden andere zu Hause betreut. Gerade in Zeiten, in denen das Einschränken von Kontakten an der Tagesordnung steht, ist es nicht immer einfach, die Kleinsten zuhause den ganzen Tag abwechslungsreich zu beschäftigen.

Um die Eltern zu unterstützen und auch den Kontakt zu den Kindern aufrechtzuerhalten, haben die Erzieherinnen der Kindertagesstätten der Awo Kulmbach individuelle Konzepte zum kontaktlosen Kontakt halten entwickelt. Online oder offline - alle Beteiligten freuen sich über die Angebote.

Insgesamt neun Kindertageseinrichtungen in Stadt und Landkreis gehören zum Awo-Kreisverband Kulmbach. Nach dem Beschluss, die Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflegestellen weiter geschlossen zu halten und Notbetreuung anzubieten, war es den Erzieherinnen wichtig, die Familien zu Hause zu unterstützen. Derzeit werden im Durchschnitt etwa die Hälfte der Kinder zuhause betreut. Rund 45 Prozent der Kinder befinden sich in den Einrichtungen. Die Awo-Mitarbeitenden haben auch die Familien befragt. Mit dem Ergebnis, dass jede Kindertagesstätte ein individuelles Konzept für die Zeit des Lockdowns erarbeitet hat.

Die Mitarbeitenden erreichen die Familien regelmäßig auf den unterschiedlichsten Kanälen. Sie telefonieren, schreiben E-Mails, drehen Videos, stellen Bastelmaterialien zusammen und überlegen sich Beschäftigungsideen für die "Daheimgebliebenen".

Auch bei der Kindertagesstätte Hannes Strehly in Kulmbach und der Kindertagesstätte "Lindennest" in Limmersdorf läuft die Kommunikation mit den Eltern auch online ab. Zwei- bis dreimal pro Woche bekommen die Familien E-Mails mit Bastelideen, Liedern, Rezepten und Anregungen zugeschickt.

Digitale Pinnwand informiert

Die Kindertagesstätte Kupferberg setzt zusätzlich auf eine digitale Pinnwand namens Padlet. Dort finden die Eltern alle wichtigen Infos rund um die Kita und können sich immer wieder neue Anregungen und Ideen für zuhause holen.

Montags und dienstags von 11 bis 11.30 Uhr findet in der Kindertagesstätte "Alte Mangersreuther Schule" in Kulmbach eine Online-Vorlesestunde mit der Sprachfachkraft statt. Auch die Kinder zu Hause können so ein Stück am Kita-Alltag teilnehmen. Zusätzlich wurde in dieser Kita ein Online Morgenkreis für Krippen- und Kindergartenkinder kreiert. Hier bekommen die Kindergartenkinder jede Woche bis zu sechs verschiedene Angebote zugeschickt. Für Krippenkinder gibt es zwei bis drei Angebote, da Kinder in diesem Alter eine geringere Spanne der Mediennutzung verkraften.

Hilfen auch offline

Neben den vielen digitalen Angeboten, wird auch offline viel für die Kinder und Eltern getan. Beispielsweise bekommen Geburtstagskinder ihr Geschenk nach Hause geschickt. Die Mitarbeitenden des Awo-Kinderhorts "Blaicher Räuberhöhle" in Kulmbach packen zudem jede Woche Päckchen zu bestimmten Themen, die sich die Kinder abholen können. So gab es zum Thema "Vögel im Winter" unter anderem ein Rezept für Fettfutter.

Für ein Faschingsfest in den eigenen vier Wänden sorgt die Kindertagesstätte Herbert Kneitz in Wirsberg mit "Fasching-to-go"-Tütchen, in denen Luftschlangen, Bonbons und Luftballons stecken. Auch die Awo "Fantasia - Haus des Kindes in Kulmbach" verschickt passend zu Fasching vier unterschiedliche Bastelpakete. Zusätzlich haben sie den "Spielzeugtausch" ins Leben gerufen. Heißt, die Kinder bringen ein Spielzeug in die Einrichtung. Dieses wird vor Ort gründlich desinfiziert und im Anschluss im Windfang aufgereiht. Dann dürfen sich die Kinder ein neues Spielzeug aussuchen und mit nach Hause nehmen.

In der Kindertagesstätte "Kastanienburg" in Hutschdorf bei Thurnau wurden Taschen für die Kinder zu Hause gepackt. In jeder Tasche befindet sich ein persönlicher Brief, ein speziell für das Kind ausgewähltes Buch, eine selbst gemachte Wachsmalkreide für die Krippenkinder und ein Arbeitsblatt für die Größeren.

Diese Angebote zeigen einen Ausschnitt dessen, was sich die Mitarbeitenden in den Kindertageseinrichtungen überlegt haben. Engagement, das ankommt: "Wir sind begeistert, was Sie und Ihr Team hier während des Lockdowns zeitnah auf die Beine stellen und wie Sie versuchen, den Kontakt zu den nicht anwesenden Kindern aufrechtzuerhalten! Das ist keine Selbstverständlichkeit und könnte als Positivbeispiel im Bereich Kitas in Kulmbach genutzt werden. Es ist erfrischend, dass man in Ihrem Haus nicht ständig Corona als Entschuldigung und Begründung für diverse Sachverhalte heranzieht, sondern kreative Wege und Lösungen findet, Dinge trotzdem zu tun!", lautet eine Rückmeldung von Eltern der Kinderkrippe "Krümelkiste" in Kulmbach.

Dennoch hoffen die Mitarbeitenden, bald wieder alle Kinder in den Einrichtungen begrüßen zu dürfen. Einige der Angebote stehen auch unter https://www.facebook.com/awokulmbach/ auf der Facebook-Seite. red