Die Corona-Pandemie beeinträchtigt auch weiterhin das Gemeindeleben in der katholischen Pfarrei St. Maria Magdalena Münnerstadt. Besondere Sorge macht Pfarrer P. Markus Reis momentan, wie die anstehenden Feiertage an Allerheiligen und natürlich Weihnachten unter den geltenden Corona-Einschränkungen begangen werden können. In der Sitzung des Münnerstädter Pfarrgemeinderates wurde dieses Thema besprochen.

Eine Lösung dafür gibt es allerdings derzeit noch nicht. "Wir sind noch ganz ratlos", beschrieb der Pfarrer die aktuelle Situation.

Zu viele Besucher am Friedhof

So muss schnell eine Lösung für Allerheiligen gefunden werden. Traditionell findet am 1. November eine Andacht am Friedhof statt, zu der sich die Katholiken an den Gräbern ihrer Verstorbenen einfinden. Nach geltenden Corona-Beschränkungen ist mit mehr als der erlaubten Zahl an Besuchern zu rechnen, erläuterte er. Ob es beispielsweise die Möglichkeit einer Ausnahmegenehmigung für die Besucherzahl beim Friedhofsgang geben könnte, muss noch abgefragt werden.

Unklar ist auch, wie in Münnerstadt an Weihnachten die Christmette und die Kindermette gefeiert werden können. Die Anzahl der Menschen, die am Heiligen Abend die Mette feiern möchten, übersteigt bei Weitem die erlaubte Sitzplatzzahl in der Stadtpfarrkirche.

Pfarrer Reis erklärte dem Pfarrgemeinderat, er habe auch schon über eine Christmette im Freien, sogar am Sportzentrum, nachgedacht. Zu dieser Frage werden Gespräche mit Stadt und TSV geführt. Allerdings gaben einige Pfarrgemeinderäte zu bedenken, ob die Gläubigen am Heiligen Abend eine Mette im Freien überhaupt besuchen.

Chöre verzichten auf Proben

In der Sitzung kam auch der Vorschlag, die Andacht am Heiligen Abend in der Talkirche auf das nebenliegende Wiesengelände vor dem Freialtar zu verlegen. Die Suche nach geeigneten Lösungen für Allerheiligen und die Weihnachtstage wird ein zentraler Punkt der nächsten Wochen sein.

Unter der Corona-Pandemie leidet noch immer die örtliche Kirchenmusik. Der Kirchenchor verzichtet weiterhin auf seine Probenarbeit. Ein Versuch, die Probe unter Corona-Bedingungen abzuhalten, sei nicht zufriedenstellend gewesen, bestätigte Pfarrgemeinderätin Elisabeth Düring. Auch der Johanneschor lässt aus diesem Grund seine Gesangsstunden immer noch ruhen.

Sanierung zeitnah fertig

Doch es gibt auch Erfreuliches: In der Pfarrgemeinderatssitzung informierte P. Markus darüber, dass die diözesane Baukommission genehmigt habe, den Chorraum im Zuge der laufenden Kirchensanierung zeitnah fertigzustellen. Die Kirchenverwaltung habe sich mittlerweile auch entschieden, welcher Künstler mit der liturgischen Ausgestaltung des Chorraumes beauftragt werden soll, so der Pfarrer. Der Verkauf der von Michael Kübert gestaltetem Kunsthandwerk aus historischen Dachbalken der Stadtpfarrkirche sei sehr gut gelaufen, berichtete P. Markus in der Sitzung. Rund 1000 Euro hat die Aktion zugunsten der Kirchenrenovierung erbracht.

Positive Reaktionen

In der Sitzung zogen die Pfarrgemeinderäte auch ein Resümee über den Ablauf des gelobten Feiertages im September. Statt der traditionellen Schwedenprozession gab es drei Andachten an den Stadttoren.

Die Reaktionen darauf, so die Pfarrgemeinderäte, seien positiv gewesen. P. Markus Reis berichtete aber auch von Stimmen, die die Prozession vermisst hatten. Ulrike Jira betonte, es sei wichtig gewesen, diesen Tag trotz Corona-Pandemie zu begehen. red