Mit einem breit angelegten Aktionstag gegen Kinderpornografie haben Polizei und Justiz am Mittwoch in ganz Unterfranken ein deutliches Signal an die Täter gesendet, heißt es in einer Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Unterfranken. Im gesamten Regierungsbezirk wurden 26 Wohnanwesen durchsucht. Dabei stellten die Ermittler umfangreiches Beweismaterial sicher.

Steigende Fallzahlen

Im Trend der bundesweit seit Jahren steigenden Zahlen im Bereich der Kinderpornografie stiegen auch im Regierungsbezirk Unterfranken die Fallzahlen kontinuierlich an. So wurden im Vergleich zum Jahr 2018 mit insgesamt 225 Straftaten im Jahr 2020 bereits 541 Fälle registriert. "Die Tendenz für das Jahr 2021 ist weiterhin deutlich steigend, und hinter jedem der Fälle stehen Opfer und Schicksale", heißt es im Pressebericht weiter.

"100 Einsatzkräfte durchsuchen Wohnungen Polizei und Justiz arbeiten daher konsequent und Hand in Hand, um effektiv gegen Kinderpornografie und Kindesmissbrauch vorzugehen", teilt das Polizeipräsidium weiter mit. So kam es am Mittwoch, 20. Oktober, unterfrankenweit zu einer gemeinsam geplanten und koordinierten Aktion von Justiz und Polizei gegen die Täter. Insgesamt rund 100 Einsatzkräfte waren seit den frühen Morgenstunden an insgesamt 26 Objekten im Einsatz. Die durchsuchten Anwesen teilen sich wie folgt auf die unterfränkischen Regionen auf: in Mainfranken zehn Objekte, am Untermain neun Objekte und in der Region Main-Rhön sieben Objekte.

Die bei den Durchsuchungsaktionen festgenommenen Tatverdächtigen wurden nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen wieder entlassen. Die Auswertung des umfangreichen sichergestellten Beweismaterials wird nun einige Zeit in Anspruch nehmen.

In einer Durchsuchung am Untermain zeigte die Mutter eines Tatverdächtigen keinerlei Verständnis für die Maßnahmen und leistete gegenüber der eingesetzten Streife Widerstand, heißt es in der Pressemeldung. Sie erwartet ein Ermittlungsverfahren wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte. In einem weiteren Fall konnten die Beamten eine geringe Menge Betäubungsmittel auffinden.

Aktion zum Auftakt

Die aktuelle Durchsuchungsaktion stellt für das Polizeipräsidium Unterfranken, die drei unterfränkischen Staatsanwaltschaften in Aschaffenburg, Schweinfurt und Würzburg sowie die Generalstaatsanwaltschaft Bamberg, bei der seit Oktober 2020 das Bayerische Zentrum zur Bekämpfung von Kinderpornografie und sexuellem Missbrauch im Internet (ZKI) angesiedelt ist, den Auftakt zur weiteren effektiven gemeinsamen Bekämpfung von Kinderpornografie und Kindesmissbrauch in Unterfranken dar.

"Die Aktion verdeutlicht einmal mehr die erheblichen Anstrengungen, die Polizei und Staatsanwaltschaften unternehmen, um die Verbreitung von kinderpornografischem Material nachdrücklich zu unterbinden", so Generalstaatsanwalt Wolfgang Gründler. Durch die Aktion sei den Tätern deutlich aufgezeigt worden, dass sie sich in der Anonymität des Internets nicht verstecken können.

Arbeitsgruppe eingerichtet

Die unterfränkische Polizei hat mit einem nicht unerheblichen Personalansatz bei den Fachkommissariaten der drei Kriminalpolizeiinspektionen zwischenzeitlich sogenannte Arbeitsgruppe Kinderpornografie ("AG KiPo") eingerichtet, um fachlich dem Kriminalitätsphänomen noch intensiver entgegentreten zu können. pol