Als die Polizei Anfang Oktober letzten Jahres das Haus der Eltern im Landkreis Schweinfurt durchsucht hat, war der heute 19-jährige Auszubildende gar nicht daheim. Dabei ging es um strafbare Inhalte, die auf seinem Computer gespeichert waren: mindestens 2000 Bild- und 60 Videodateien mit kinderpornografischem Inhalt.
Vorwiegend Mädchen, deutlich unter 14 Jahren, seien darauf in aufreizenden Sexposen sowie beim Geschlechts- und Oralverkehr mit Jugendlichen und erwachsenen Männern abgebildet gewesen. Das wirft die Staatsanwältin den angehenden Fachinformatiker vor. Der junge Mann habe erkennen können, dass es sich dabei um Kinder unter 14 Jahre handelte. Strafrechtlich geht es am Dienstag vor dem Jugendrichter also um den "Besitz kinderpornografischer Schriften".


Therapeutische Hilfe gesucht

Der 19-Jährige streitet das nicht ab. Warum er das gemacht hat, wisse er nicht mehr. Er habe versucht, das zu verdrängen, allerdings auch therapeutische Hilfe gesucht und einen ersten Termin bereits hinter sich. Über fünf bis sechs Jahre hinweg habe er diese Bilder und Videos angesammelt, sagt er auf die Frage der Staatsanwältin. Bei ihm als Jugendlichem sei irgendwann das Interesse an Sexualität da gewesen, da sei er im Internet auch auf Seiten mit diesen Dateien gestoßen. Er bereut, dass er sie gespeichert hat. Der Verteidiger des jungen Mannes gab zu bedenken, dass bei einem Zeitraum von bis zu sechs Jahren, in denen der Angeklagte die Dateien speicherte, dieser selbst wenigstens teilweise - im Alter von 13 - noch strafunmündig gewesen sei. Das milde Urteil: Der Azubi muss ein Monatseinkommen von 450 Euro in drei Monatsraten an "Pro Familia" zahlen und das Beratungsgespräch beim Therapeuten nachweisen. fan