von unserem Mitarbeiter Karl-Heinz Wirth

Langensendelbach — Lebhaft diskutiert wurde in der jüngsten Gemeinderatssitzung in Langensendelbach über den Anbau einer Gruppeneinheit an den Kindergarten "Heilige Familie" in Bräuningshof. Bürgermeister Oswald Siebenhaar (UWB) stellte noch einmal den überarbeiteten Bauantrag vor, der mit dem Landratsamt und der Regierung von Oberfranken im Vorfeld abgestimmt worden war.
Der Bauplan hält sich genau an die Vorgaben, die erforderlich sind, um in den Genuss einer Förderung zu kommen. Die Kosten pro Quadratmeter betragen 3380 Euro. Die Gesamtkosten für das Vorhaben liegen damit bei etwa 780 000 Euro.
Hans Singer (SPD) bezweifelte, dass der Bedarf in den kommenden Jahren noch derselbe sein wird wie heute. Er fragte, ob man jetzt in dieses Vorhaben viel Geld investiert sollte, nachdem die Nachfrage an Kindergartenplätzen in Bräuningshof schon stagniere.
Jochen Düsel (CSU) verwies darauf, das der Kindergarten in Langensendelbach platzmäßig nicht mehr allzuviel hergibt und die Unterbringung in der Schulaula nur eine Übergangslösung ist, die in der nächsten Zeit auslaufen wird. Hier sollte man sich Gedanken darüber machen, was passiert, wenn die Belegungszahlen in den kommenden Jahren steigen. "Schicken wir die Kinder dann von Langensendelbach nach Bräuningshof, weil dort Kapazitäten frei sind, oder wird dann in Langensendelbach neu gebaut?"
Bürgermeister Siebenhaar wollte diesen Argumenten nicht folgen. Er verwies darauf, dass man eine Gemeinde sei und sich nicht als Konkurrenz betrachten dürfe. Die Belegungszahlen würden in den nächsten drei Jahren stabil blieben - und über einen längeren Zeitraum seien verlässliche Zahlen sowieso nicht möglich.

"Standort längst beschlossen"

Norbert Händel (UWB) zeigte sich verwundert über diese Diskussion, nachdem in der Tagesordnung die Genehmigung des Bauantrags angekündigt worden war und nicht die Standortfrage. "Den Standort und die Erweiterung in Bräuningshof haben wir doch in einer der letzten Sitzungen beschlossen."
Schließlich erteilte der Gemeinderat gegen drei Stimmen die Genehmigung für den Anbau einer Gruppe für 25 Kinder.
Den Entwurf des Haushaltsplanes 2015 stellte Kämmerer und Geschäftsstellenleiter Bernd Meierhöfer vor. So schließe der Verwaltungshaushalt in den Einnahmen und Ausgaben mit je 4,766 Millionen Euro und der Vermögenshaushalt mit 1,482 Millionen Euro ab. Vorgesehen sei eine Kreditaufnahme von 479 500 Euro.
Die im vergangenen Jahr vorgesehene Kreditaufnahme von 590 850 Euro sei nicht benötigt worden, so der Kämmerer weiter. Bei einer ordentlichen Tilgung von 172 000 Euro ergebe sich allerdings nur noch eine freie Finanzspanne von 113 920 Euro.
Schwerpunkte im Haushaltsjahr sind die Wasserversorgung, die Sanierung des Kanalnetzes und die Verbesserung der Kinderbetreuung. Die Verabschiedung des Haushalts ist am 27. April geplant.
Einstimmig erteilten die Gemeinderäte dem Stammtisch Rammazotti die Genehmigung zur Nutzung des Dorfplatzes anlässlich ihres Festes am 14. Mai. Für den neuen Gemeindebus wird ab sofort eine Leihgebühr von zehn Euro erhoben.